Zugang zu Wasser, Nahrung und medizinischer Versorgung fehlt an vielen Orten - Rund 800.000 Menschen obdachlos - Caritas-Partner helfen unter schwierigsten Bedingungen
Wien, 01.04.2025 (KAP) Nach dem schweren Erdbeben der Stärke 7,7 in Myanmar ist die Situation vor Ort weiter dramatisch. Offiziellen Angaben zufolge sind bisher mehr als 2.000 Menschen ums Leben gekommen, rund 3.900 wurden verletzt und mindestens 300 gelten als vermisst. Die Zahlen könnten noch steigen, wie die Caritas am Dienstag mitteilte. "Die Lage ist katastrophal. Es fehlt an allem - Strom, Wasser, Unterkünfte, medizinische Versorgung. Unsere Partner sind seit der ersten Stunde im Einsatz, aber viele Orte sind schwer erreichbar", so Caritas-Auslandshilfechef Andreas Knapp.
Die Rettungskräfte würden unter Hochdruck arbeiten, doch Nachbeben, zerstörte Straßen und fehlende technische Ausrüstung erschwerten die Einsätze. In vielen Regionen gebe es keinen Strom, die Kommunikation funktioniere nicht. In der Stadt Mandalay könne nicht einmal Wasser gepumpt werden. Zudem sei die Sicherheitslage angespannt und die politische Lage instabil. Durch zerstörte sanitäre Anlagen und überfüllte Notunterkünfte steige auch das Risiko von Krankheitsausbrüchen wie Dengue-Fieber, Masern oder Infektionen.
Rund 800.000 Menschen könnten obdachlos geworden sein, so Knapp: "Viele schlafen im Freien: auf Fußballplätzen, in Parks oder auf dem Gelände von Kirchen und Klöstern." In Mandalay etwa hätten rund 3.000 Menschen in katholischen Einrichtungen Zuflucht gefunden. Dort würden die Menschen mit dem Nötigsten versorgt: Nahrung, sauberes Wasser und Hygieneartikel.
Die Caritas Österreich ist seit dem Zyklon Nargis 2008 in Myanmar aktiv. Durch lokale Partner wie die Caritas Myanmar könne auch in schwer zugänglichen Regionen geholfen werden, etwa in Konfliktgebieten, zu denen internationale Organisationen kaum Zugang haben, hieß es in der Aussendung. "Wir können garantieren, dass die Hilfe ankommt, weil wir mit erfahrenen Partnern zusammenarbeiten, die vor Ort verankert und anerkannt sind. Das ist in einem Land wie Myanmar entscheidend", betonte Knapp.
Derzeit liegt der Schwerpunkt der Hilfe auf Notunterkünften und sicheren Schlafplätzen, Trinkwasser und sanitären Einrichtungen, Nahrungsmitteln und Hygieneartikeln, medizinischer Versorgung sowie Bargeldhilfen, damit sich die Familien das Nötigste leisten können.
Lage in Myanmar laut Missio-Projektpartnern katastrophal - Aufrufe von heimischen Hilfswerken reißen nicht ab - Caritas stellt Sofortmittel zur Verfügung
Provinzial der Salesianer Don Boscos: Schwere Erdbebenschäden bei Straßenkinder-Zentren, Schulen und weiteren Hilfseinrichtungen - "Jugend Eine Welt" und Diakonie bitten dringend um Spenden
Erdbeben verwüstete in Myanmar Gebiete, die teils unter der Kontrolle von Junta-Gegnern stehen und teils von der Militärregierung beherrscht werden - Vorsitzender der katholischen Bischofskonferenz von Myanmar, Kardinal Bo, im Radio Vatikan-Interview: "Mehr als alles andere braucht unser Volk Frieden"
Direktor der Menschenrechtsorganisation Burma Campaign UK, Farmaner, im "VaticanNews"-Interview: "Militär wird niemals genaue Zahlen veröffentlichen" - Militärjunta verhängt Beschränkungen für humanitäre Hilfe, hat aber auch in vielen Landesteilen die Kontrolle verloren