Veranstaltungsreigen unterstreicht Aktualität des Franz von Assisi
800 Jahre nach seinem Tod erinnert Österreich im Herbst an Franz von Assisi: mit Gottesdiensten, Ausstellungen, Wallfahrten, Konzerten und Diskussionen. Der 1226 verstorbene Ordensgründer gehört zu den bekanntesten Heiligen der katholischen Kirche. Zugleich ist sein Einfluss längst nicht auf die Kirche beschränkt. Sein Leben in radikaler Armut, seine Nähe zu Ausgegrenzten und sein Verhältnis zur Natur haben Franziskus zu einer bis heute wirkmächtigen Symbolfigur für Frieden, soziale Gerechtigkeit und Schöpfungsverantwortung gemacht.
Franziskus war allerdings kein bequemer Heiliger. Als Sohn eines wohlhabenden Tuchhändlers verzichtete er auf Besitz und gesellschaftliche Anerkennung, lebte als Bettler und kümmerte sich um Kranke und Aussätzige. 1219 suchte er während des Kreuzzugs die Begegnung mit dem muslimischen Sultan al-Kamil. Seine Bewegung wuchs rasch und wurde Teil der katholischen Kirche. Der "Sonnengesang", den Franziskus gegen Ende seines Lebens verfasste, gehört zu den bekanntesten Texten der christlichen Spiritualität. 1226 starb er im Alter von etwa 44 Jahren.
Was von diesem radikalen Lebensentwurf 800 Jahre später bleibt, beschäftigt auch die Veranstaltungen in Österreich. In Wien, Innsbruck, Graz, Salzburg und Enns geht es um Frieden und interreligiösen Dialog, um Armut und Gemeinwohl, um Klima und Schöpfung, aber auch um die Erneuerung der Kirche. Das Erinnen an den Heiligen aus dem Hochmittelalter stellt damit auch heute noch Fragen nach dem richtigen Leben, nach Besitz und Verzicht, nach Verantwortung und dem Zusammenleben der Menschen.
In der katholischen Kirche weltweit läuft schon seit 10. Jänner ein "Franziskus-Jahr". Auf Geheiß von Papst Leo XIV., der Assisi im August zu einem Jugendtreffen besucht hat, können Gläubige unter bestimmten Bedingungen durch den Besuch einer franziskanischen Kirche oder eines mit Franz von Assisi verbundenen Ortes einen vollkommenen Ablass erlangen. Für Kranke und Menschen, die ihre Wohnung nicht verlassen können, gelten besondere Bestimmungen.
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Franz von Assisi ist ein unbequemer Heiliger. Völlige Armut bis zur Bettelei, Gehorsam, absolute Hingabe an Gott. Von Anfang an verlangte er seinen Anhängern viel ab. Und Millionen verehren ihn bis heute - Kathpress-Korrespondentenbericht von Sabine Kleyboldt
Gottesdienste, Ausstellungen, Wallfahrten und Symposien erinnern quer durchs Land an den 800. Todestag des Ordensgründers, mit Impulsen zu Frieden, Schöpfung und sozialer Gerechtigkeit