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Theologe: Franz von Assisi bringt man nicht in eine Schublade

11.09.2026 11:26
Österreich/Kirche/Glaube/Franz.von.Assisi/Podcast
Vorarlberger Theologe und Buchautor Hofer warnt in Religionspodcast "Wer glaubt, wird selig" davor, den hl. Franz von Assisi für bestimmte Themen oder Interessen zu vereinnahmen
Wien, 11.09.2026 (KAP) Der Vorarlberger Theologe und Buchautor Markus Hofer warnt davor, den hl. Franz von Assisi für bestimmte Themen oder Interessen zu vereinnahmen. "So einfach bringt man ihn nicht in eine Schublade", sagt Hofer in der neuen Folge des Religionspodcasts "Wer glaubt, wird selig". So stecke beispielsweise hinter dem vertrauten Bild des sanften Tierfreundes ein wesentlich radikalerer Charakter. Bei Franziskus handele es sich um einen neureichen Sohn, der das Geld des Vaters ausgegeben, aber irgendwann bemerkt habe, dass das im Leben nicht alles sein könne. "Die Radikalität liegt letztlich darin."

Als Beispiel nennt Hofer unter anderem Franziskus' Begegnung mit dem Lepra-Aussätzigen. Franziskus habe bei dieser Begegnung keinen Bogen um den Betroffenen gemacht, er sei vom Pferd gestiegen und habe ihm die Hand geküsst. Danach sei er immer wieder zu den Aussätzigen gegangen, um zum Beispiel bei der Pflege zu helfen. "Er hat damals schon gemerkt, dass etwas in ihm in Bewegung ist", so Hofer. In weiterer Konsequenz folgte auch ein sauberer Schnitt zwischen Franziskus und seinem Vater, einem reichen Kaufmann, als Franziskus sich zu einem Leben in radikaler Armut entschied.

Zur Frage, was er sich dachte, als der Vorgänger des aktuellen Papstes sich den Namen Franziskus gab, antwortete Hofer: "Das fand ich überraschend, weil er selbst Jesuit war. Es war eine schöne und mutige Geste. Ich muss sagen, dass er dem Vorbild in seinen Enzykliken durchaus treu geblieben ist."

Ein radikales Leben neu erzählt

Im Tyrolia-Verlag ist aktuell Hofers Buch "Franz von Assisi. Ein radikales Leben neu erzählt" erschien. Bei der Lektüre wird man so mancher Illusion über diesen "Ausnahmeheiligen" beraubt. Man erfährt viel über Brüche, Ungereimtheiten, Unstimmigkeiten, Zweifel und Suchbewegungen des Franziskus. Am Anfang stehen seine frühen Lebensjahre mit seinen Ähnlichkeiten zu seinem Vater, seinem alles andere als heiligmäßigem Lebenswandel, seiner Vorstellung Ritter zu werden, aber auch von Träumen, die zur Änderung seines Lebens führten, bis hin zum Bruch mit seinem Vater.

Das zweite Kapitel erzählt vom Anfang seines neuen Lebensweges, von dem er zuerst nicht wusste, wohin er ihn führen würde, dem radikalen Bruch mit Wohlstand und Geld. Das dritte Kapitel widmet Hofer der Entstehung einer neuen Gemeinschaft, dem Suchen nach der passenden Lebensform bis hin zur kirchlichen Anerkennung dieser Bruderschaft.

Im vierten Kapitel wird sichtbar, wie rasch die neue Gemeinschaft wuchs, sodass bald verschiedene Verwaltungseinheiten und Organisationsstrukturen notwendig wurden. Das alles hatte sich Franziskus nicht so vorgestellt, und trotzdem bringt er es als chaotischer Visionär zustande, vieles in geregelte Bahnen zu lenken, und trotz Ablehnung der ersten (nicht bulletierten) Regel, dass letztendlich die Gemeinschaft als Orden vom Papst anerkannt wird.

Immer wieder berichtet Hofer, dass Franziskus Zeiten von schwerer Krankheit erlebte und auch von innerem Zweifel so geplagt wurde, dass er sich zurückziehen musste und nichts tun konnte. Dies wird besonders in seiner letzten Lebensphase sehr stark, worüber das fünfte Kapitel berichtet.

Der von der ökumenischen Radioagentur Studio Omega produzierte Religionspodcast "Wer glaubt, wird selig", ist auf der Website der katholischen Kirche in Österreich (www.katholisch.at), www.studio-omega.at, https://studio-omega-der-podcast.simplecast.com sowie allen gängigen Podcast-Plattformen abrufbar.

Buchtipp: Markus Hofer: "Franz von Assisi. Ein radikales Leben neu erzählt", Tyrolia, 2026.

(Kathpress-Themenpaket mit weiteren Beiträgen rund um das Franziskus-Jubiläum unter www.kathpress.at/franz-von-assisi)
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