Bischofskonferenz-Vorsitzender: Leo XIV. benennt positive Errungenschaften des Fortschritts, "zeigt aber auch deutlich die mannigfaltigen Risiken auf, die uns als Gesellschaft erwachsen, wenn der Mensch sich letztlich selbst verdrängt"
Salzburg/Wien, 25.05.2026 (KAP) Für den Salzburger Erzbischof Franz Lackner hat Papst Leo XIV. mit seiner ersten Enzyklika "ein mit klarer Stimme gesprochenes Zeugnis für die Würde des Menschen in einer Zeit immer höherer Technisierung, immer größerer Machbarkeit vorgelegt". Der Papst benenne im Lehrschreiben "Magnifica humanitas" (Großartige Menschheit) die vielen positiven Errungenschaften des Fortschritts, "zeigt aber auch deutlich die mannigfaltigen Risiken auf, die uns als Gesellschaft erwachsen, wenn der Mensch sich letztlich selbst verdrängt, sich einer inhumanen Umwelt aussetzt", erklärte der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz am Montag: "So wird das Bekenntnis des Papstes zum Menschen an sich, der Abbild des Schöpfers ist, auch zum Wort für Frieden und Gerechtigkeit."
135 Jahre nach der großen Sozialenzyklika "Rerum Novarum" seines Namensvorgängers Leos XIII. habe Papst Leo XIV., wie er selbst sagt, "aufmerksam zugehört - er hat die Stimmen der Expertise, aber auch das Schweigen Betroffener vernommen", so Lackner weiter. Die Schaffenskraft, die Personalität des Menschen selbst sei heute gerade auch durch Künstliche Intelligenz besonders herausgefordert, so der Erzbischof.
Die lang erwartete, mehr als 100 Seiten umfassende Sozialenzyklika von Leo XIV. "Über den Schutz des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz" war Montagmittag im Vatikan vorgestellt worden. Erzbischof Lackner rief dazu auf, die umfangreiche Enzyklika nicht sofort auf wenige Sätze zu reduzieren, "um sie scheinbar schnell zu verstehen und kommentieren zu können", sondern sich ausführlich mit dem Lehrschreiben zu befassen, damit dessen Reichtum, Wesen und "damit die hohe, lehrende und mahnende Absicht des Autors" nicht verloren gehen.
Anthropic-Mitgründer bei Vorstellung der Sozialenzyklika von Papst Leo: "Wir brauchen informierte Kritiker, die den Labors sagen, wenn wir versagen. Wir brauchen moralische Stimmen, die sich von Anreizen nicht beugen lassen."
Sozialenzyklika "Magnifica Humanitas. Über den Schutz des Menschen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz" von Leo XIV. veröffentlicht - Papst: "KI muss entwaffnet und lebensfreundlich gemacht werden"