Umfrage: Johannes Paul II. in Polen weiter hochgeschätzt
02.04.202513:04
Polen/Kirche/Papst/Johannes.Paul.II
Für 72 Prozent seiner Landsleute ist der Wojtyla-Papst auch 20 Jahre nach seinem Tod eine wichtige Autorität
Warschau, 02.04.2025 (KAP/KNA) Auch 20 Jahre nach seinem Tod gilt Papst Johannes Paul II. in seiner Heimat Polen weiter als Nationalheld. 72,3 Prozent der erwachsenen Polinnen und Polen sagen, das frühere Kirchenoberhaupt sei für sie eine wichtige Person und Autorität. 25,4 Prozent sind gegenteiliger Ansicht. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts IBRiS im Auftrag der Zeitung "Rzeczpospolita" (Mittwoch).
Johannes Paul II. war von 1978 bis zu seinem Tod am 2. April 2005 Oberhaupt der katholischen Kirche. Zuvor war Karol Wojtyla - so sein bürgerlicher Name - Erzbischof von Krakau. Sein Einsatz für Freiheit und Menschenrechte, gerade in Polen, gilt als wichtiger Beitrag zum Ende des Kommunismus und des Ostblocks.
Hohes Ansehen auch bei jungen Leuten
Der Kultur- und Religionswissenschaftler Remigiusz Ciesielski von der Universität Posen findet besonders bemerkenswert, dass Johannes Paul II. bei der jungen Generation hohes Ansehen genießt. "Das Wichtigste an dieser Studie ist meiner Meinung nach, dass die Erinnerung an Johannes Paul II. vor allem in der positiven Weitergabe zwischen den Generationen weiterlebt", sagte er der Zeitung. Zwei Drittel der 18- bis 29-Jährigen erklärten, dass der Papst aus Polen für sie eine wichtige Person und Autorität sei. Bei den 60- bis 69-Jährigen sagten das sogar 85 Prozent.
Auch 43 Prozent der Nichtgläubigen und 48 Prozent der politisch links Orientierten schätzen laut Umfrage den 2014 heiliggesprochenen Papst. Für den neuen Warschauer Erzbischof Adrian Galbas sind die Ergebnisse nach eigenen Angaben eine "angenehme Überraschung". Er habe nicht erwartet, dass Johannes Paul II. für so viele Polen immer noch eine solche Autorität sei. "Heute, in Zeiten eines großen Autoritätsmangels, für so viele, so unterschiedliche Menschen und über so lange Zeit eine Autorität zu sein, ist wahre Größe", so Galbas.
Sympathie-Werte allmählich gesunken
Allerdings ist das jetzige Umfrageergebnis schlechter als vor zwei Jahren. Damals sagten in Polen 81 Prozent der Erwachsenen dem staatlichen Institut CBOS, Johannes Paul II. sei für sie eine moralische Autorität. CBOS erhob den Wert über viele Jahre. 2007 bis 2018 schrieben ihm demnach sogar noch 92 bis 95 Prozent moralische Autorität zu.
Der liberale Warschauer Bürgermeister und Favorit für die Präsidentschaftswahlen im Mai, Rafal Trzaskowski, schrieb am Mittwoch auf der Online-Plattform X, ohne Johannes Paul II. gäbe es "kein freies Polen".
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