Seitenbereiche:
  • zum Inhalt [Alt+0]
  • zum Hauptmenü [Alt+1]

Hauptmenü schließen
  • Nachrichten
  • Dossier
  • Media
    • Fotos
    • Audios
    • Videos
  • Produkte
  • Redaktion
  • Impressum
  • Kontakt
  • Datenschutz & Cookies
Login
Noch kein Kunde?
Hier finden Sie unsere Produkte

Passwort vergessen?
Hauptmenü anzeigen
Produkte
Produkte
Suche
Login
Inhalt:
Spitalspatient im Krankenbett
Bild Copyright: © Vinzenz Gruppe / Petra Rainer

Palliativversorgung: Neue Leitlinie stärkt spirituelle Bedürfnisse

10.10.2026 09:07
Österreich/Krankheit/Krebs/Tod/Medizin/Psychologie/Palliativversorgung
"Welttag für Palliative Care" am 10. Oktober - Krebs in unheilbarem Stadium fast immer verbunden mit Wunsch, auf das eigene Leben zurückzublicken, um Vergebung zu bitten, anderen Trost zu geben oder Sinn in eigener Situation zu finden
Wien, 10.10.2026 (KAP) Was gibt Menschen Halt, wenn eine schwere Krankheit ihr Leben grundlegend verändert? Eine aktualisierte Leitlinie zur Palliativversorgung empfiehlt, spirituelle und existenzielle Bedürfnisse von Patienten stärker zu berücksichtigen. Erstmals enthält sie eigene Kapitel zu Spiritualität und Angehörigen. Darüber berichtet das Institut für medizinische Anthropologie und Bioethik (IMABE) anlässlich des Welttags für Palliative Care am 10. Oktober.

Spirituelle Bedürfnisse zeigen sich häufig in Fragen nach dem Sinn des Lebens, der eigenen Identität oder dem Umgang mit der Endlichkeit. So fragt etwa eine unheilbar kranke Frau, die sich nicht mehr um ihre Enkel kümmern kann: "Wer bin ich dann?" Solche Fragen ließen sich nicht durch Laborwerte oder bildgebende Untersuchungen beantworten, heißt es in dem Beitrag.

Laut IMABE berichten je nach Studie zwischen 71 und 99 Prozent der Menschen mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung, dass spirituelle Themen für sie wichtig sind oder entsprechende Bedürfnisse bestehen. Dazu gehören der Wunsch, auf das eigene Leben zurückzublicken, um Vergebung zu bitten, anderen Trost zu geben oder einen Sinn in der eigenen Situation zu finden. Unerfüllte spirituelle Bedürfnisse können mit einer schlechteren Lebensqualität sowie stärkeren Angst- und Depressionssymptomen verbunden sein.

Frage nach Prioritäten

Die im Juli 2026 aktualisierte S3-Leitlinie Palliativmedizin für Patienten mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung wurde unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin überarbeitet. Sie empfiehlt, die Bedürfnisse der Betroffenen zu Beginn und im Verlauf der Erkrankung anzusprechen. Als mögliche Einstiegsfragen werden genannt: "Was ist für Sie jetzt am wichtigsten?" und "Wie können wir Ihnen helfen?" Die Patienten sollen selbst entscheiden, ob und mit wem sie über solche Themen sprechen möchten. Bei Bedarf können spezialisierte Seelsorger hinzugezogen werden.

Bei starker seelischer oder existenzieller Belastung empfiehlt die Leitlinie unter anderem Gespräche über die Lebensgeschichte und persönliche Werte. Die würdezentrierte Therapie und die sinnzentrierte Therapie gehören zu den untersuchten Ansätzen. Studien zufolge können solche Verfahren das spirituelle Wohlbefinden und die Lebensqualität verbessern. Die Ergebnisse zu Angst und Depression sind hingegen uneinheitlich.

Wie sich die Begleitung im Gesundheitswesen verankern lässt, beschreibt die 2026 veröffentlichte DIN SPEC 91494. Das Dokument sieht unter anderem klare Zuständigkeiten, Schulungen für Mitarbeiter, Räume der Stille und Regeln für die Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen vor. Religiöse Seelsorge bleibt dabei ein eigenständiger Bereich.

Trauer nicht gleich Depression

IMABE-Institutsdirektorin Susanne Kummer verweist in diesem Zusammenhang auf die Gefahr, existenzielles Leiden vorschnell medizinisch einzuordnen. Ihr Beitrag zitiert dazu einen Fachessay eines brasilianischen Palliativteams, dessen Autoren eine "existenzielle Lesekompetenz" der Behandelnden fordern. Trauer angesichts der Endlichkeit und Demoralisierung müssten von einer Depression unterschieden werden. Zugleich dürfe eine behandlungsbedürftige Depression nicht als verständliche Reaktion auf die Krankheit abgetan werden.

Spiritual Care sei kein neues Behandlungsangebot, sondern ein "In-Resonanzgehen" im Sinne der Sorge unter Wahrung der Autonomie, heißt es im IMABE-Beitrag. Die Begleitung müsse sich an den Bedürfnissen der Betroffenen orientieren, ohne religiöse Überzeugungen vorauszusetzen oder bestimmte Deutungen der Krankheit vorzugeben.
zurück

  • Impressum
  • Kontakt
  • Datenschutz & Cookies
Katholische Presseagentur Kathpress
1010 Wien, Singerstraße 7/6/2
Tel: +43 / 1 / 512 52 83


© 1947-2026 KATHPRESS - Katholische Presseagentur Österreich
nach oben springen