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Missio-Partner Father Luan in Tigray im Einsatz für Binnenvertriebene
Bild Copyright: © Missio / Simon Kupferschmied

Priester: Angst in Bevölkerung wegen neuer Kämpfe in Tigray

26.09.2026 10:09
Äthiopien/Österreich/Konflikte/Kirche/Hilfsorganisation
Projektpartner der Päpstlichen Missionswerke: "Wir wissen aktuell nicht, wie lange die Stromversorgung hält, ob wir in den kommenden Tagen genug Nahrung haben werden"
Wien, 26.09.2026 (KAP) Angst und Verunsicherung machen sich laut einem örtlichen katholischen Priester unter der Zivilbevölkerung in der äthiopischen Region Tigray breit. Infolge der neuerlichen Kämpfe zwischen Regierungstruppen und der Volksbefreiungsfront TPLF würden Mütter, Kinder und Jugendliche retraumatisiert, berichtete der Saleisaner Luan Trinh Kinh laut Mitteilung von Missio Österreich (Freitag) in einer Botschaft an die Päpstlichen Missionswerke. "Viele Familien haben in den Konflikten vor einigen Jahren geliebte Menschen verloren. Die Angst ist groß, dass weitere Menschen in den Gefechten sterben könnten", so der Missio-Projektpartner.

"Wir wollen endlich Frieden und Ruhe", schilderte Luan eine große Kriegsmüdigkeit unter der Bevölkerung. Die Menschen in Tigray bräuchten die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft. Manche Kinder in Tigray seien seit mehr als fünf Jahren nicht zur Schule gegangen. "Die Chance auf Bildung muss endlich gewährleistet werden", so der Geistliche: "Ich bitte euch um eure Gebete. Bitte vergesst uns nicht."

"Viele haben Todesängste"

Seinen Angaben zufolge sind wichtige Zufahrtsstraßen und der regionale Flughafen gesperrt. Auch seien Teile der Infrastruktur stark beeinträchtigt und die Unsicherheit über die weitere Versorgung wachse: "Wir wissen aktuell nicht, wie lange die Stromversorgung hält, ob wir in den kommenden Tagen genug Nahrung haben werden. Viele haben Todesängste", so Father Luan.

Zwischen November 2020 und 2022 kämpfte die äthiopische Armee gemeinsam mit Streitkräften des Nachbarlandes Eritrea und Milizen aus der Amhara-Region gegen die Tigray People's Liberation Front (TPLF). Dem Krieg waren jahrelange politische Spannungen zwischen der TPLF und der äthiopischen Zentralregierung unter Premierminister Abiy Ahmed vorausgegangen. Bis zu einer halben Million Menschen kamen ums Leben, Millionen Menschen wurden vertrieben.

Das Ende 2022 geschlossene Waffenstillstandsabkommen erkennt die Volksbefreiungsfront inzwischen nicht mehr an. Schon seit einiger Zeit konzentrierten sowohl Regierungstruppen als auch TPLF wieder Kräfte entlang der Grenze von Tigray. Internationale Nachrichtenagenturen berichteten in den vergangenen Tagen von Kämpfen auch in den angrenzenden Provinzen Amhara und Afar.
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