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Wien: Ökumenischer und interreligiöser Start ins Studienjahr an MedUni
Bild Copyright: © Erzdiözese Wien/Katharina Mayr.

Wien: Ökumenischer und interreligiöser Start ins Studienjahr an MedUni

25.09.2026 12:47
Österreich/Kirche/Religion/Religionsdialog/Medizin & Gesundheit/Krankenhaus/Ökumene/Grünwidl
MedUni Wien eröffnete Studienjahr mit "Hoffnung und Medizin" - Wiener Erzbischof Grünwidl: Hoffnung "mehr als sorgsame Planung, Diagnostik und Prognose, Optimismus oder Technikgläubigkeit"
Wien, 25.09.2026 (KAP) Mit einem ökumenischen Gottesdienst und einer interreligiösen Eröffnung hat die Medizinische Universität Wien (MedUni Wien) am Donnerstag ihr neues Studienjahr eröffnet. Unter dem Leitwort "Hoffnung und Medizin" ging es bei den Feiern im Wiener AKH um das Verhältnis von medizinischer Wissenschaft, Spiritualität und Hoffnung im Kranksein. Unter den Mitfeiernden waren Vertreter der Krankenhausseelsorge, Ärztinnen und Ärzte, Studierendenvertreterinnen und -vertreter sowie Patientinnen und Patienten. Den Gottesdienst in der Kapelle des Wiener AKH feierte der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl gemeinsam mit evangelischen Superintendenten Matthias Geist sowie Vertreterinnen und Vertretern verschiedener christlicher Konfessionen und kirchlicher Seelsorge.

Im Rahmen des Gottesdiensts wurde auch das historische Med-Zepter der Universität durch Grünwidl und Geist gesegnet. Das 1615 gestiftete Zepter trägt neben Darstellungen des Heiligen Lukas auch jene der Heiligen Cosmas und Damian; Ärztinnen und Ärzte legen darauf bei ihrer Promotion ihr Gelöbnis ab. In dem Gebet zur Segnung wurde unter anderem darum gebeten, den Medizinern auch dann den Rücken zu stärken, "wenn sie für einen Menschen nichts mehr tun können".

Hoffnung als Medizin

Im Anschluss fand eine interreligiöse Eröffnung zum Thema "Hoffnung und Medizin" in der evangelischen Kapelle des AKH statt. Beiträge kamen dazu aus katholischer, evangelischer und orthodoxer Perspektive sowie aus Judentum, Islam und Buddhismus. Erzbischof Grünwidl erinnerte in seinem Beitrag an den bekannten Dreiklang: "Medicus curat. Natura sanat. Deus salvat. (dt. Der Arzt behandelt, die Natur heilt, Gott rettet." Gesundheit werde häufig als verfügbares Gut verstanden, auf das ein Anspruch bestehe, so der Wiener Erzbischof. Der Mediziner werde in dieser Sicht zum Vermittler von Gesundheit. "Dabei drängt sich für mich die Frage auf: Haben wir vielleicht ein krankes Verhältnis zur Gesundheit?"

Medizin und Ärzte spielten für die Heilung eine wichtige Rolle, reichten aber nicht aus, so Grünwidl. Neben der ärztlichen Behandlung verwies er auf die natürlichen Kräfte des Menschen und dessen "Willen zum Gesundwerden". Die große Hoffnung gehe jedoch darüber hinaus: Sie sei "mehr als sorgsame Planung, Diagnostik und Prognose, Optimismus oder Technikgläubigkeit". Theologisch verstanden sei Hoffnung "ein Geschenk, eine Gnade": "Deus autem salvat. Gott aber rettet."

Die persönlichen Hoffnungen der Menschen seien unterschiedlich, hätten aber mit einer größeren Hoffnung zu tun, "dass letztlich alles gut wird, dass es jemanden gibt, der alles gut machen und vollenden wird". Wo diese Hoffnung auf Vollendung und Rettung lebendig sei, könne "ein gutes Leben bis zuletzt" möglich sein, sagte Grünwidl.

Im Gottesdienst wurde zudem der im vergangenen Studienjahr verstorbenen Angehörigen der MedUni Wien und des AKH gedacht. Mitgewirkt haben unter anderem der Neutestamentler Markus Öhler, die evangelische Hochschulseelsorgerin Katharina Payk, der katholische Hochschulseelsorger Simon de Keukelaere sowie orthodoxe Priester und Vertreter der klinischen Seelsorge.

Ärzte der Kirche

Die Kirchengeschichte kennt Dutzende Ärzte, die als Selige oder Heilige anerkannt wurden. Neben antiken Märtyrern wie Zenobius, Cyrus, Nicander, Blasius und Pantaleon sowie die Slawenapostel Cosmas und Damian sind darunter auch bekannte Persönlichkeiten der jüngeren Vergangenheit wie der Aussätzigen-Priester Damian de Veuter (1840-1889), der aus Österreich-Ungarn stammende Arzt und Vater Ladislaus Batthyany-Strattmann (1870-1931) oder etwa die Italiener Giuseppe Moscati (1880-1927), Riccardo Pampuri (1897-1930) und Gianna Beretta Molla (1922-1962).

Auch der Evangelist Lukas war von Beruf Arzt. Er wirkte Mitte des 1. Jahrhunderts in Antiochia (heute Antakya in der Türkei), wo er sich taufen ließ und den Apostel Paulus kennenlernte, den er rund 17 Jahre lang auf seinen Missionsreisen begleitete.
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