KOO, DKA, Welthaus Graz und CIDSE unterstützen Erklärung "Food is a Human Right - the EU must guarantee it"
Wien, 25.09.2026 (KAP) Mehr als 70 zivilgesellschaftliche Organisationen aus Europa fordern die EU dazu auf, das Recht auf Nahrung stärker in ihren politischen, rechtlichen und finanziellen Entscheidungen zu verankern. Zu den Unterstützern der gemeinsamen Erklärung "Food is a Human Right - The EU Must Guarantee It" gehören aus Österreich u.a. die Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Zusammenarbeit und Weltkirche (KOO), die Dreikönigsaktion (DKA), Welthaus Graz und das internationale katholische Netzwerk CIDSE. Nach Angaben der Organisationen kann sich in der EU jeder Fünfte der von Armut bedrohten Menschen keine gesunde Ernährung leisten.
Laut KOO spiegelt die Erklärung "die Stimmen von Tausenden von EU-Bürger*innen wider und fordert die Europäische Union auf, das Recht auf Nahrung in den Mittelpunkt ihrer rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen zu stellen - sowohl innerhalb der Union als auch im Rahmen ihres außenpolitischen Handelns". Mit Blick auf die aktuelle Schwerpunktsetzung der EU-Präsidentschaft Irlands sowie die anstehenden Verhandlungen über den nächsten mehrjährigen EU-Finanzrahmen würden sich nun gute Möglichkeiten bieten, den Fokus auf die Transformation von Ernährungssystemen zu legen, hieß es vonseiten der KOO in einer Aussendung am Freitag.
Das Recht auf Nahrung dürfe nicht auf die Vermeidung von Hunger reduziert werden, so die Erklärung. Gefordert wird, allen Menschen dauerhaft den Zugang zu ausreichender, gesunder und nachhaltig produzierter Nahrung zu ermöglichen. Dabei müsse die EU besonders die Rechte von Kleinbäuerinnen und -bauern sowie Landarbeiterinnen und -arbeitern stärken und Ernährungssysteme stärker an Menschenrechten, sozialer Gerechtigkeit und ökologischer Nachhaltigkeit ausrichten.
Als zentrale Handlungsfelder nennen die Organisationen unter anderem eine stärkere Unterstützung kleiner landwirtschaftlicher Betriebe und agroökologischer Produktionsweisen, einen gerechteren Zugang zu Land, Saatgut und anderen natürlichen Ressourcen sowie faire Arbeitsbedingungen entlang der Lebensmittelketten. Auch soziale Schutzmaßnahmen und eine stärkere demokratische Beteiligung an Entscheidungen über Ernährungssysteme werden gefordert.
Die Erklärung verweist auch auf bestehende internationale menschenrechtliche Verpflichtungen, etwa Artikel 11 des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, der das Recht auf angemessene Nahrung anerkennt, sowie die UN-Erklärung über die Rechte von Kleinbäuerinnen und -bauern und anderen in ländlichen Gebieten arbeitenden Menschen (UNDROP). Die EU und ihre Mitgliedstaaten müssen daher diese menschenrechtlichen Rahmenbedingungen stärker in ihre Ernährungs-, Landwirtschafts-, Handels- und Entwicklungspolitik einbeziehen, so die Forderung.
Auch globale Entwicklungen wie Klimawandel, Konflikte, Pandemien und wirtschaftliche Instabilität erhöhten den Druck auf Ernährungssysteme, heißt es weiter. Die Organisationen kritisieren zudem eine zunehmende Ausrichtung von Lebensmitteln als Handelsware sowie Konzentrationsprozesse in der Agrar- und Lebensmittelwirtschaft, die Umweltzerstörung, Biodiversitätsverlust und prekäre Arbeitsbedingungen begünstigen würden.