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Waltraud Torossian-Brigasky in Anjar, Libanon
Bild Copyright: © Privat

Libanon: Helferin berichtet von weiterhin katastrophaler Lage

24.09.2026 13:02
Österreich/Libanon/Kirche/Krieg/Hilfsorganisation/Flüchtlinge
Wienerin Torossian-Brigasky schildert gegenüber Kathpress dramatische Lage in ostlibanesischem Dorf Anjar: "Israelische Drohnen und Kampfjets bestimmen die Geräuschkulisse in den Lüften Tag und Nacht" - Geflüchtete aus dem Süden des Landes ohne Chance auf Rückkehr in ihre Dörfer
Beirut/Wien, 24.09.2026 (KAP) Aus den westlichen Hauptnachrichten sind der Libanon und die dramatische Lage der Zivilbevölkerung schon lange wieder verschwunden. Doch die Not im Land ist ungebrochen groß und nimmt weiter zu; das Schicksal der aus dem Süden des Landes vertriebenen Menschen "schreit zum Himmel": Das hat die österreichische Helferin Waltraud Torossian-Brigasky am Donnerstag gegenüber Kathpress berichtet. Sie befindet sich im ostlibanesischen Ort Anjar, einem Zentrum der Binnenvertriebenen aus den umkämpften Gebieten im Süden des Landes. Torossian-Brigasky: "Israelische Drohnen und Kampfjets bestimmen die Geräuschkulisse in den Lüften Tag und Nacht." Hunderttausende Bewohner des Südens seien noch immer Flüchtlinge im eigenen Land; eine kaum zu bewältigende Situation für die libanesische Regierung.

Durch die Ölblockade im Persischen Golf seien die Preise für Benzin und Diesel weiter gestiegen. "Täglich explodieren die Lebenshaltungskosten und die Arbeitslosigkeit steigt weiter", so die Wienerin. Das versprochene Wiederaufbauprogramm der libanesischen Regierung existiere nur auf dem Papier.

Die Nachrichten aus den zerstörten Gebieten im Süden des Landes seien deprimierend. Einige wenige Vertriebene hätten bisher die Rückkehr gewagt. Dazu kämen jene, die sich nicht vertreiben ließen. "Sie alle berichten, dass es die Hölle vor Ort ist", so Torossian-Brigasky: "Kein Wasser, kein Strom, keine Arbeit, nur die unvermindert weitergehende totale Zerstörung bereits bombardierter Dörfer. Nichts soll übrig bleiben, um eine Rückkehr der Bewohner eines Tages zu verhindern." Neue Realitäten würden geschaffen, die Vergangenheit werde ausradiert, eine Zukunft solle unmöglich gemacht werden. Torossian-Brigasky: "60 Dörfer wurden besetzt und zerstört und tatenlos müssen die ehemaligen Bewohner aus der Ferne miterleben, wie sie um ihr Hab und Gut gebracht werden."

Gespannt würden die Einheimischen derzeit auf die Ergebnisse der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York warten. " Die Hoffnung auf ein Ende des Krieges bleibt lebendig", so Torossian-Brigasky.

(Spendeninfo: MTCS, Mrs. Torossian's Community Support N.G.O., Raiffeisenbank NÖ-Wien AG, IBAN: AT24 3200 0000 1701 5876)
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