Konzertreihe "Frauenstimme" für polnische Ordensgründerin - Schauspielerin Irene Schrattenecker liest Texte aus Werk der seliggesprochenen Sozialreformerin
Salzburg, 24.09.2026 (KAP) Die polnische Ordensgründerin, Publizistin und Sozialreformerin Maria Theresia Ledóchowska (1863-1922) steht im Fokus eines Konzertabends in Salzburg. Das Katholische Bildungswerk Salzburg und die Maria-Anna-Mozart-Gesellschaft würdigen die "Powerfrau" des 19. Jahrhunderts am 3. Oktober (18 Uhr) mit einem Konzert im Kardinal-Schwarzenberg-Saal (Kapitelplatz 3). "Der Abend verbindet literarische und musikalische Zugänge zu einer Frau, die ihrer Zeit weit voraus war und ihre Stimme entschlossen für Menschenwürde und Gerechtigkeit erhob", heißt es dazu in einer Aussendung.
Die aus polnischem Adel stammende Ordensfrau setzte sich gegen Sklaverei in Afrika ein; 1894 gründete sie die Missionsschwestern vom heiligen Petrus Claver ("Maria Sorg"). Für ihr Wirken wurde sie 1975 seliggesprochen.
Unter dem Titel "Ein Abend für Maria Theresia Ledóchowska" liest die Schauspielerin Irene Schrattenecker im Rahmen der renommierten Konzertreihe "Frauenstimmen"ausgewählte Texte aus dem vielfältigen Werk der seligen Ledóchowska. Musikalisch begleitet wird die Lesung von der Pianistin Mitra Kotte, die Werke bedeutender Komponistinnen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts interpretiert, darunter Emilie Mayer, Dora Pejaevi, Vítzslava Kaprálová, Cécile Chaminade und Louise Farrenc.
Die aus polnischem Adel stammende gebürtige Loosdorferin, die 1885 als Hofdame von Großherzogin Alice von Toskana in die Stadt Salzburg kam, gründete Ende des 19. Jahrhunderts den bis heute aktiven Missionsorden vom heiligen Petrus Claver in Maria Sorg. Sie kaufte dabei für sich und ihre Mitschwestern ein renovierungsbedürftiges Anwesen am nördlichen Salzburger Stadtrand und baute eine Druckerei auf, die Bücher in über 100 Sprachen publizierte. Zudem veröffentlichte sie Dramen, hielt Vorträge und sammelte so beträchtliche Spendensummen für die Mission in Afrika.
In Salzburg gründete sie ein Afrika-Museum, das "Claverianum", und prägte damit das Afrika-Bild ihrer Zeit im Spannungsfeld von Mission und Kolonialismus, wenngleich sie zeitlebens nie selbst in Afrika war. (Link: www.maria-anna-mozart.at)