Linz: Friedhofs-Mural erinnert an Opfer von Bombenangriffen
23.09.202611:36
Österreich/Kirche/Krieg/Geschichte/Kultur/Kunst
Wandgemälde des Künstlerduos VIDEO.SCKRE im Bereich der Weltkriegsgedenkstätten des St.-Barbara-Friedhofs unterstützt Kampagne "Stop Bombing Civilians"
Linz, 23.09.2026 (KAP) Ein Mural gegen Bombenangriffe auf die Zivilbevölkerung ist seit Montag am Linzer St.-Barbara-Friedhof zu sehen. Das Wandgemälde des Künstlerduos VIDEO.SCKRE entstand im Bereich der Weltkriegsgedenkstätten und wurde am Montag zum Internationalen Tag des Friedens (21. September) offiziell präsentiert. Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Friedensstadt Linz haben Julia Heinisch und Frederic Sontag das Mural gestaltet, um an die bis heute verheerenden Folgen von Explosivwaffen für die Zivilbevölkerung zu erinnern. Im Jahr 2025 waren Zivilisten und Zivilistinnen in mindestens 65 Ländern und Gebieten von Explosivwaffeneinsätzen betroffen.
Das Mural richte sich gegen Gewalt an Zivilisten, ohne dabei auf einen konkreten Konflikt, ein Land, eine Ethnie oder Religion Bezug zu nehmen, erklärten Heinisch und Sontag laut einem Bericht der Diözese Linz. Die künstlerische Abstraktion solle Raum für persönliche Identifikation schaffen und dazu einladen, "die Verbindung zwischen Geschichte und Gegenwart selbst zu hinterfragen". Als Teil einer Gedenkstätte verbindet das Mural einen historisch geprägten Ort mit der Gegenwart. Die Arbeit unterstützt zudem die Kampagne "Stop Bombing Civilians" der Hilfsorganisation Handicap International (HI). Die gemeinnützige Organisation für Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit ist in rund 60 Ländern aktiv.
"Die Stadt Linz engagiert sich in ihrer Rolle als Friedensstadt seit 1986 aktiv für den Frieden. Die Friedenserklärung wird jährlich aktualisiert und im Gemeinderat beschlossen. Leider erinnern uns Nachrichten aus aller Welt täglich an die verheerenden Folgen von Kriegen für die Zivilbevölkerung", betonte Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ). Gerade in Verbindung mit dem gewählten Ort der Weltkriegsgedenkstätten sei das Kunstwerk "wichtig" und "notwendig".
"Die Auswirkungen von Explosivwaffen in Wohngebieten sind verheerend. 90 Prozent der Opfer stammen aus der Zivilbevölkerung. Wir wollen mit unserer Kampagne ,Stop Bombing Civilians' dazu aufrufen, dass menschenverachtende Bombardierungen der Zivilbevölkerung beendet werden müssen", sagte Inez Kipfer-Didavi, Geschäftsführerin von Handicap International Deutschland. Die internationale Staatengemeinschaft müsse sich mehr für die Opfer und für die Räumung von Blindgängern in bombardierten Gebieten einsetzen, so ihre Forderung.
Friedensstadt Linz
Die Vereinten Nationen (UNO) haben das Jahr 1986 zum Friedensjahr erklärt. In einer Erklärung des Linzer Gemeinderats 1986 hat sich "Linz als Friedensstadt" zu einer aktiven Friedenspolitik und zur Sicherung und Erhaltung des Friedens in der Welt bekannt. Am 22. Oktober 1987 wurde dieses Bekenntnis durch die Deklaration "Linz als Friedensstadt" in einem einstimmigen Gemeinderatsbeschluss gefestigt.