"aktion leben": Sexualbildung soll Kinder besser vor Gewalt schützen
22.09.202610:45
Österreich/Schule/Bildung/Gewalt/Sexualkunde
Selbstbestimmte Entscheidungen über Sexualität und Beziehungen als Ziel eines Workshop-Angebots
Wien, 22.09.2026 (KAP) Mit sexualpädagogischen Workshops für Kinder und Jugendliche startet der Verein "aktion leben" ins neue Schuljahr. Das Angebot richtet sich an verschiedene Altersstufen und soll neben der Vermittlung von Wissen über Körper, Sexualität und Beziehungen auch zur Prävention von Missbrauch und Gewalt beitragen. "Aktuelle Vorfälle zeigen einmal mehr, wie notwendig sexuelle Bildung für den Schutz der Kinder ist", sagte Generalsekretärin Martina Kronthaler laut einer Aussendung vom Dienstag.
Sexualpädagogik solle junge Menschen dabei unterstützen, selbstbestimmte Entscheidungen über Sexualität und Beziehungen zu treffen, so Kronthaler. In den Workshops werden demnach unter anderem Gefühle, körperliche Veränderungen, Fruchtbarkeit und Verhütung thematisiert. Einen Schwerpunkt bilde auch der Umgang mit persönlichen Grenzen. Kinder und Jugendliche sollten lernen, eigene Grenzen wahrzunehmen, die Grenzen anderer zu respektieren und sich Hilfe zu holen, wenn sie sich durch Verhalten anderer unwohl oder bedroht fühlen.
Nach Angaben von "aktion leben" ist zugleich das Bewusstsein für Qualitätsstandards bei externen sexualpädagogischen Angeboten an Schulen gestiegen. Anbieter müssten unter anderem sachlich und didaktisch geeignet sowie mit Lehrplänen und relevanten Grundrechten vereinbar sein. Auch Pluralität und Neutralität seien wichtige Kriterien.
"aktion leben" ist ein überkonfessioneller und überparteilicher Verein, der sich unter anderem der Beratung von Schwangeren und der Bildungsarbeit widmet. Für das Schuljahr 2026/27 bietet der Verein unter anderem Workshops wie "Meine Gefühle, deine Gefühle" ab sechs Jahren, "Pubertät, mein Abenteuer" ab neun Jahren und "Let's talk about love" ab 13 Jahren an. Für Jugendliche ab 15 Jahren gibt es das Angebot "Ungeplant schwanger". Ergänzt wird das Programm durch die interaktive Ausstellung "LebenErleben", die sich mit der Entwicklung vor der Geburt beschäftigt.