Festakt im Wiener Rathaus am 1. Oktober mit Vortrag und Podiumsdiskussion über Zusammenhang von Demokratie und arbeitsfreiem Sonntag
Wien, 22.09.2026 (KAP) Seit 25 Jahren setzt sich die "Allianz für den freien Sonntag Österreich" (Sonntagsallianz) für den arbeitsfreien Sonntag ein. Gefeiert wird das Jubiläum am Donnerstag, 1. Oktober um 14 Uhr mit einem Festakt im Wiener Rathaus, wie die Sonntagsallianz bekanntgab. Gerade in von "überbordender Rasanz" geprägten Zeiten mit ständiger Erreichbarkeit und Getriebenheit sei "die Bedeutung des freien Sonntags aktueller denn je", erklärte der Sprecher der Allianz, Bischof Wilhelm Krautwaschl, in einer Pressemitteilung vom Dienstag.
Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung hält zunächst die Politikwissenschaftlerin Sieglinde Rosenberger einen Vortrag zum Thema "Demokratie braucht einen freien Sonntag". Anschließend diskutieren Vertreter von Arbeiterkammer, Kirchen, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft über den gesellschaftlichen Wert von Freizeit sowie die Herausforderungen einer zunehmend flexibilisierten Arbeitswelt.
Der Allianz gehören über fünfzig Organisationen aus Kirche, Gewerkschaft und Zivilgesellschaft an. Sie hat in den vergangenen 25 Jahren zahlreiche Informationskampagnen durchgeführt, Stellungnahmen zu Gesetzesvorhaben veröffentlicht und sich gegen eine Ausweitung der Sonntagsarbeit ausgesprochen.
Laut Sonntagsallianz ist der freie Sonntag weit mehr als ein arbeitsfreier Tag. Viel mehr ermögliche er Zeit für Freunde und Familie sowie ehrenamtliches Engagement. Ihr gewerkschaftlicher Sprecher, Philipp Kuhlmann, wies auf die Notwendigkeit, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt "möglichst viele gleichzeitig frei haben und keine anderen Verpflichtungen bestehen". Dies treffe auch in Zeiten von Onlinehandel und Automatisierung in Geschäften noch zu.
Silvia Hruka-Frank, Direktorin der AK Wien und der Bundesarbeitskammer, würdigte den freien Sonntag als "Gegenpol zu ständiger Verfügbarkeit, Konsumzwängen und wachsenden Belastungen in der Arbeitswelt". Hubert Gratzer, Vorsitzender der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung (kabö) dankte all jenen, die sonntags arbeiten. Dennoch setzte man sich als Sonntagsallianz dafür ein, "dass diese Tätigkeiten Ausnahmen bleiben und Sonntags-Arbeit nicht zur Regel wird". ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian betonte zudem die Rolle des Gewerkschaftsbundes als Gründungsmitglied des Sonntagsbundes und versprach, den gemeinsamen Kampf "auch in Zukunft gerne zu unterstützen". (Infos: www.freiersonntag.at)