20 Jahre Kompetenzstelle Demenz St. Pölten: Angebote der Beratung, Entlastung und sozialer Teilhabe
St. Pölten, 22.09.2026 (KAP) Demenz stellt nicht nur Betroffene, sondern auch deren Angehörige vor wachsende Herausforderungen. Darauf verweist die Caritas St. Pölten zum am Montag (21. September) begangenen Welt-Alzheimer-Tag. Neben medizinischer Versorgung brauche es vor allem Beratung, Entlastung und Angebote, die Menschen mit Demenz soziale Teilhabe ermöglichen, heißt es in einer Aussendung der diözesanen Caritas. Ihre Kompetenzstelle Demenz besteht seit 20 Jahren. Das Jubiläum wurde am Montag am Grillparzer Campus in St. Pölten mit Wegbegleitern und Kooperationspartnern begangen.
Bei der Feier wurde auch auf die Entwicklung der Kompetenzstelle von einem zunächst regionalen Angebot zu einer in mehreren niederösterreichischen Regionen tätigen Einrichtung zurückgeblickt. Der Bedarf an Unterstützung sei demnach gestiegen. Während die Kompetenzstelle 2011 insgesamt 107 Hausbesuche und 39 Vorträge verzeichnete, waren es zuletzt 439 Hausbesuche und 46 Vorträge. Hinzu kamen 80 Info-Points und zwölf Gesundheitstage.
Herausforderung auch für Umfeld
"Die Diagnose Demenz verändert nicht nur das Leben der Betroffenen, sondern stellt auch Familien und das gesamte soziale Umfeld vor große Herausforderungen", erklärte Caritas-Direktor Hannes Ziselsberger. Ziel der Arbeit sei, "dass Menschen mit Demenz möglichst lange selbstbestimmt leben können und ihre Angehörigen mit ihren Fragen und Belastungen nicht allein bleiben".
"Eine Demenz verunsichert und bringt viele Fragen mit sich", sagte Claudia Rathmanner, Leiterin der Kompetenzstelle. In den Beratungen werde deutlich, wie groß die Belastung für Angehörige und Vertrauenspersonen sei. "Sie möchten das Beste für ihre Liebsten, geraten dabei aber oft an die eigenen Grenzen." Die Kompetenzstelle wolle deshalb einen geschützten Raum bieten, in dem auch Ängste und Überlastung angesprochen werden könnten.
Auch der St. Pöltner Bürgermeister Matthias Stadler verwies auf die Bedeutung einer verlässlichen Betreuung angesichts der steigenden Lebenserwartung. "Wir alle werden älter und die Lebenserwartung steigt, aber wir werden nicht unbedingt gesund älter, wenn nicht die entsprechende Betreuung und Versorgung dahintersteht", sagte Stadler.
Angebot schrittweise ausgebaut
Die Kompetenzstelle wurde 2006 gegründet und hat ihr Angebot seither deutlich ausgebaut. Dazu zählen persönliche Beratungen, Hausbesuche, Vorträge, Angehörigenangebote und regionale Info-Points. Seit 2018 arbeitet die Caritas mit dem Demenzservice Niederösterreich zusammen. Die Kooperation wurde 2020 auf das gesamte Bundesland ausgeweitet.
Neben Beratung setzt die Caritas auf Angebote zur Begegnung und Teilhabe. Dazu gehören unter anderem Tanzveranstaltungen, ein Demenzurlaub und Aktivgruppen. Seit September 2025 gibt es in Horn eine wöchentliche Aktivgruppe für Menschen mit Demenz. Sie soll vorhandene Fähigkeiten fördern und soziale Kontakte ermöglichen.