Nach Priestermord: Mexikos Bischöfe beklagen "alarmierende Gewalt"
21.09.202610:33
Mexiko/Kriminalität/Kirche/Mord
Mexiko eines der gefährlichsten Länder für Geistliche
Mexiko-Stadt/Wien, 21.09.2026 (KAP) Die katholischen Bischöfe in Mexiko fordern nach der Ermordung eines Priesters eine vollständige Aufklärung der Tat und prangern die "alarmierende Gewalt" im Land an. Es müsse Gerechtigkeit geschehen und "weder dieser Fall noch die anderen Verbrechen" in Mexiko dürften "ungesühnt bleiben" mahnte der Bischof von Huejutla, José Acosta Beltrán, laut Mitteilung des päpstlichen Hilfswerks "Kirche in Not" (ACN) in Wien.
Am 15. September hatten Passanten den Priester Román de la Cruz erschossen an einer Landstraße im Bundesstaat Hidalgo, nördlich von Mexiko-Stadt, aufgefunden. Der 48-Jährige leitete seit 2024 die Gemeinde Santa Cruz in Huejutla und koordinierte eine Pastoralkommission in der Diözese. Neben seiner Leiche entdeckten Ermittler laut Medienberichten eine Drohbotschaft.
Die Mexikanische Bischofskonferenz reagierte mit "Empörung und Trauer". In einer Stellungnahme forderte sie von den Behörden eine umfassende Untersuchung, um die Hintergründe der Tat zu klären.
Mehrere kriminelle Organisationen aktiv
In der Region im Süden Mexikos sind mehrere kriminelle Organisationen aktiv, die um Schmuggelrouten für gestohlenen Treibstoff kämpfen. Auch Priester und kirchliche Mitarbeiter werden immer wieder Opfer von Gewalt. Das Gebiet, in dem Pfarrer Román de la Cruz tätig war, ist laut "Kirche in Not" besonders von rivalisierenden kriminellen Gruppen geprägt.
Mexiko gilt als eines der gefährlichsten Länder weltweit für katholische Geistliche. Immer wieder werden Geistliche und Gemeinden erpresst, entführt und bedroht. Zwischen Dezember 2018 und September 2024 wurden zehn Geistliche ermordet, zehn weitere Opfer von Gewalt, wie aus dem von "Kirche in Not" veröffentlichten Report "Religionsfreiheit weltweit 2025" hervorgeht. Das mexikanische "Centro Católico Multimedial" zählte seit 1990 in Mexiko 80 ermordete Priester, Ordensleute und kirchliche Laienmitarbeiter.