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Christoph Theobald
Bild Copyright: © Kathpress/Paul Wuthe

Theobald: Taufe ist Basis für synodale und missionarische Kirche

16.09.2026 14:10
Österreich/Kirche/Theologie/Synodalität/Theobald
Theologe bei Synoden-Symposium in Puchberg: "Gleichheit aller Getauften verbindendes Element zwischen Mission der Kirche und deren synodaler Verwirklichung"
Linz, 16.09.2026 (KAP) Das Sakrament der Taufe und die Gleichheit aller Getauften bilden die Basis und theologische Grundvoraussetzung für eine synodale und missionarische Kirche. Das hat der Theologe Christoph Theobald in seinem Hauptvortrag am Mittwoch beim internationalen Symposium "Shaping Synodality in Europe" betont, das noch bis Donnerstag in Puchberg bei Wels stattfindet. Ausgangspunkt seiner Darlegungen war dabei das Schlussdokument (SD) des noch von Papst Franziskus eingeleiteten weltweiten Prozesses, das laut Theobald in entscheidenden Punkten an den Ergebnissen des Zweiten Vatikanischen Konzils anknüpft.

Bei seinem Vortrag über "Taufexistenz und Taufekklesiologie" rief der früher in Paris lehrende Professor für Fundamentaltheologie und Dogmatik die zentrale These des vatikanischen Synodendokuments in Erinnerung und sagte: "Die Gleichheit aller Getauften ist das verbindende Element zwischen der Mission der Kirche und deren synodaler Verwirklichung; sie ist die sakramental-theologische Voraussetzung missionarisch orientierter Synodalität." Diese These impliziere zugleich ein Verständnis von Kirche, das nicht unmittelbar auf der Eucharistiefeier aufbaut, sondern in den drei Initiationssakramenten (Taufe, Firmung und Eucharistie) als einem ganzheitlichen, mit der Taufe beginnenden Prozess ihre Wurzel habe.

Gewichtverlagerung von Eucharistie zu Taufe

Wie Theobald ausführte, habe es - eingeleitet mit dem Konzil, seiner Rezeption und jetzt durch den weltweiten Synodalen Prozess - eine "Gewichtverlagerung von einer eucharistischen zu einer Taufekklesiologie" gegeben. Ausdruck eines von der Eucharistie ausgehenden Selbstverständnisses von Kirche sei eine noch vom Theologen Henri de Lubac 1953 geprägte und bekannte Formel: "Es ist die Kirche, die die Eucharistie macht (qui fait l'Eucharistie), es ist aber auch die Eucharistie, die die Kirche macht (qui fait l'Eglise)." Diese an sich wertvolle, zirkulare Einsicht stehe laut Theobald allerdings in der Gefahr, die Eucharistie als drittes Initiationssakrament und das mit ihm verbundene geweihte Amt von der Taufdynamik zu isolieren.

Das Schlussdokument der Synode vertrete demgegenüber aber von Anfang an eine Taufekklesiologie, denn: "Die Identität des Volkes Gottes erwächst aus der Taufe im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes" (SD 15) - und führt die Eucharistie erst in einem zweiten Schritt ein." Man könne laut Theobald daher durchaus folgende neue Formel wagen: "Es ist die Kirche, die die Taufe macht (oder feiert); es ist aber auch die Taufe, die die Kirche macht (oder aus der Taufe erwachsen lässt)."

Gleichheit als Gabe und Aufgabe

Die wichtigste theologische Implikation der Taufe ortete Theobald in der "Gleichheit aller Getauften". Diese sei bereits im Konzilsdokument über die Kirche (Lumen gentium Nr. 32) grundgelegt. Die Gleichheit aller Getauften und ihre gemeinsame Verantwortung sei nicht nur eine Gabe, sondern auch eine Aufgabe, denn: "Die allererste Frucht dieser Gleichheit und Verantwortung ist dann der Freimut (Parrhesia), mit der alle Getauften aufeinander hören lernen, miteinander reden und gegenseitig mitteilen, was sie empfangen haben", so Theobald unter Bezugnahme auf ein Wesensmerkmal des Synodalen Prozesses.

Für die Zeit nach der Weltsynode ortete Theobald einen "langen Lernprozess in Europa", der sich unideologisch an die unterschiedlichen lokalen Situationen anpassen sollte. Zentral dabei seien ein Enddecken und Beleben der je eigenen "Taufexistenz" der Gläubigen und einer daraus folgenden "Taufekklesiologie" im Selbstverständnis der Kirche. Theobald abschließend: "Vielleicht darf man hoffen, dass die bald anstehende europäische Kirchenversammlung, jenseits aller gegenseitigen Karikaturen, einen geschwisterlichen Austausch über die hier angesprochenen Erfahrungen ermöglicht."

(Laufend ergänzte Berichterstattung zum Synodenworkshop in Wels unter www.kathpress.at/synodenworkshop2026; Honorarfreie Fotos stehen unter www.kathpress.at/fotos zum Download bereit)
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