Leo XIV. fordert Achtung des humanitären Völkerrechts auf beiden Seiten - "Krieg erzeugt nur weiteren Krieg und verursacht unermessliches Leid" - Sorge um Sudan
Vatikanstadt, 09.08.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat beide Parteien im Ukrainekrieg nachdrücklich zu einem sofortigen Ende der Kampfhandlungen aufgerufen. "Schmerzliche Nachrichten über getötete und verletzte Unschuldige in der Ukraine und in Russland" häuften sich, sagte er am Sonntag im Vatikan. "Tragische Vorfälle" führten zu immer mehr zivilen Opfern, darunter auch Kinder, so der Papst vor Tausenden auf dem Petersplatz.
"Angesichts dieses Leids appelliere ich erneut eindringlich an die Achtung des humanitären Völkerrechts und an beide Seiten, die Angriffe auf zivile Ziele einzustellen", unterstrich Leo XIV. "Krieg erzeugt nur weiteren Krieg und verursacht unermessliches Leid."
Es sei an der Zeit, die Spirale der Gewalt zu durchbrechen und Raum für Diplomatie und Dialog zu schaffen, um den Weg zum Frieden zu ebnen. "Ich stehe an der Seite der Familien der Opfer, der Verletzten und all jener, die unter dem andauernden Konflikt leiden", so der Papst auf Italienisch beim traditionellen sonntäglichen Mittagsgebet.
Waffenstillstand im Sudan
Zuvor hatte er auf Englisch seine Sorge über die anhaltend "tragische Lage" im Sudan, insbesondere in der Stadt El Obeid, geäußert. Er erneuerte seinen Appell an die Verantwortlichen, humanitäre Korridore für die Zivilbevölkerung zu gewährleisten. "Zugleich rufe ich die internationale Gemeinschaft dazu auf, die Bemühungen um einen sofortigen Waffenstillstand zu unterstützen", sagte Leo XIV.
Der gesamten Bevölkerung des Landes versicherte er seine geistliche Verbundenheit. "Beten wir darum, dass der Herr die Leidenden stärkt, die Herzen derer wandelt, die Gewalt säen, und den lang ersehnten Frieden schenkt", so der Papst.
Krieg im Sudan humanitäre Katastrophe
Im Sudan tobt seit 2023 ein Krieg um Macht und Ressourcen. Mehr als 13 Millionen Menschen sind auf der Flucht: rund 9 Millionen innerhalb des Sudans, 4,5 Millionen in den Nachbarländern Tschad, Südsudan und Ägypten. Mit 20 Millionen hungernden Menschen und mehr als 150.000 im Krieg Getöteten gilt der Sudankonflikt als aktuell größte humanitäre Krise weltweit.
In der seit Monaten belagerten sudanesischen Großstadt El Obeid bahnt sich nach UN-Angaben eine humanitäre Katastrophe an. Die Stadt mit üblicherweise rund 500.000 Einwohnern sei überfüllt; in offiziellen Camps der Vereinten Nationen befänden sich Zehntausende Vertriebene, die Nahrungsmittel reichten nicht, der Treibstoff für Hilfstransporte drohe auszugehen.