Zsifkovics segnet neue E-Bike-Tankstelle vor Basilika Frauenkirchen
09.08.202615:41
Österreich/Kirche/Glaube/Religionsfest oder Feiertag
Ladestation soll radfahrende Pilger in die Basilika einladen - Hochamt zu Mariä Himmelfahrt mit Belgrader Erzbischof Kardinal Német - Aktuelle Ausstellung erzählt wundersame Geschichte des Gnadenbilds
Eisenstadt, 09.08.2026 (KAP) Vor der Basilika Frauenkirchen wurde am Sonntag eine neue E-Bike-Ladestation eröffnet. Pünktlich vor dem großen Wallfahrtstag Mariä Himmelfahrt am kommenden Samstag (15. August) segnete Bischof Ägidius Zsifkovics die nach Angaben der Pfarre erste und bislang einzige solche Ladestation vor einer Kirche in Österreich. Am "Knotenpunkt für Pilger und Radfahrer, die den Neusiedler See umrunden", erinnerte Zsifkovics an die "Quelle aller Kraft und Energie", die von Gott ausgehe. "Lass sie spüren, dass du, Gott, wie ein unsichtbarer Rückenwind mit ihnen mitreist", sprach er in seinem Segensgebet. Die E-Bike-Tankstelle solle den Menschen helfen, mobil zu bleiben und sie gleichzeitig in die Basilika einladen, "um ihre innere Kraft zu erneuern, wenn sie müde werden".
"Die vielen Radfahrer, die den Neusiedler See umrunden oder den Heideboden mit dem E-Bike erkunden, sollen sich vor der Basilika einbremsen können, die Akkus ihrer Fahrräder aufladen und in der Basilika Frauenkirchen eine Tankstelle für die Seele finden", erklärte Stadtpfarrer Thomas Lackner. Die Basilika sei "ein lebendiger Glaubensort und kein Museum", der möglichst viele Menschen ansprechen wolle, so Lackner im Kathpress-Interview. Darum wolle er auch den rund 200 Radfahrerinnen und Radfahrern, die an Spitzentagen an der Basilika vorbeikommen, eine Einladung aussprechen, während des Ladevorgangs die barocke Wallfahrtskirche zu besuchen.
Betrieben wird die E-Bike-Ladestation mit dem Strom der eigenen Photovoltaikanlage. "Im Sommer sind Kirche und Kloster sogar energieautark und ein Teil unseres Stroms wird auch in die Martinusenergiegemeinschaft eingespeist", erklärte der Ordensmann.
Kreative Seelsorge
Die Ladestation ist eine weitere Initiative des Franziskaner-Paters, der mit kreativer Seelsorge moderne Wallfahrt fördern und auch kirchenferne Personen ansprechen will. 2022 eröffnete er etwa Österreichs erste und bislang einzige Messweintankstelle vor der Kirche. Im Social-Media-Zeitalter hat der Franziskaner auch an eine besondere Fotomöglichkeit gedacht, die als Wallfahrergruß in die Welt geschickt werden kann: Im Kreuzgang der Basilika zu Mariä Geburt befindet sich aktuell ein sogenannter Engel-Photopoint. An der Wand sind barocke Engelsflügel montiert, vor denen Besucherinnen und Besucher ein Selfie machen können.
Mariä Himmelfahrt: Hochamt mit Kardinal Német
Am kommenden Samstag (15. August), dem Fest Mariä Himmelfahrt, wird die Basilika Maria von der Heide zum Schauplatz des großen Wallfahrtstags. Das Hochamt um 10 Uhr wird Kardinal László Német, Erzbischof von Belgrad, zelebrieren. Insgesamt werden sieben Gottesdienste in der Basilika gefeiert. Um 13 Uhr feiern die ungarischen Pilgerinnen und Pilger eine Messe, "bei der traditionell der Kirchenraum zu klein ist und Menschen sogar auf Bänken auf dem Kirchplatz sitzen", so Lackner. Um 19 Uhr folgt die Heilige Messe mit Primizsegen des diesjährigen Franziskaner-Neupriesters Adam Bergmann OFM. Anschließend führt eine Lichterprozession zum Kalvarienberg.
Wundersame Geschichte des Gnadenbilds
Schon im Mittelalter soll es in Frauenkirchen eine Marienkirche gegeben haben. 1529 wurde diese im Zuge der Türkenbelagerungen zerstört. Nachdem die Türken abgezogen waren, wollten die Bewohner von Frauenkirchen die zerstörte Kapelle wiederaufbauen und fanden im Brandschutt das hölzerne Bild der "Maria lactans" (stillende Madonna) unversehrt wieder. Der Fund gilt als Ursprung des Wallfahrtsorts.
Als Paul Esterházy, der mit seiner Familie auf der Burg Forchtenstein lebte, von den vielen Wallfahrern hörte, die nach Frauenkirchen pilgerten, beschloss er, eine Kirche zu bauen, doch auch diese Kirche wurde 1683 von den Türken zerstört. Das Gnadenbild allerdings konnte erneut gerettet werden. Es befindet sich bis heute in der Basilika an einem Seitenaltar.
Ausstellung präsentiert des Fürsten Strümpfe und Zeitkapsel
Esterházy begann nach dem Abzug der Türken mit dem Bau einer noch größeren und prunkvolleren Kirche, der heutigen Basilika Maria auf der Heide, die 1702 fertiggestellt wurde. Der Überlieferung zufolge hatte der Kirchenstifter während der Bauarbeiten in seiner Burgkapelle in Forchtenstein ein besonderes Erlebnis: Beim Gebet vor einer Marienstatue habe er eine innere Stimme gehört, die ihn aufforderte, die Statue nach Frauenkirchen zu bringen. Esterházy folgte diesem Auftrag und brachte die Statue persönlich nach Frauenkirchen.
In der aktuellen Ausstellung "Bollwerk des Glaubens" werden die Geschichte der Basilika Frauenkirchen und des Gnadenbilds sowie das Wirken der Franziskaner vor Ort anhand von Urkunden, Bildern und unterschiedlichen Objekten erzählt. Auch kuriose Raritäten aus dem Klingelbeutel, die Seidenstrümpfe, in denen Esterházy die Gnadenstatue nach Frauenkirchen gebracht haben soll, oder Dokumente aus der Zeitkapsel der Gloriolen auf dem Kirchturm der Basilika aus dem Jahr 1905 werden präsentiert. Die Ausstellung ist bis Ende Oktober täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet und kann bei freiem Eintritt besichtigt werden.
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