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Bild Grab Mariens in der Basilika Frauenkirchen
Glaube
Bild Copyright: © Jutta Steiner/Kathpress

Was wird eigentlich zu Mariä Himmelfahrt gefeiert?

09.08.2026 08:53
(zuletzt bearbeitet am 09.08.2026 um 08:55 Uhr)
Österreich/Kirche/Glaube/Religionsfest oder Feiertag
Fragen und Antworten rund um das Fest, das in Österreich auch ein gesetzlicher Feiertag ist - Papst zelebriert Messe heuer in der päpstlichen Pfarrei San Tommaso da Villanova in Castel Gandolfo
Wien, 09.08.2026 (KAP) Katholiken in Österreich und aller Welt feiern am kommenden Samstag das Fest Mariä Himmelfahrt (Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel). Der Feiertag am 15. August ist mit allerlei Brauchtum verbunden. Fragen und Antworten zum Fest:

Was wird zu Mariä Himmelfahrt gefeiert?

Das Fest erinnert an die "leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel". In der Bibel steht zwar nichts davon, doch Papst Pius XII. verkündete sie 1950 als bisher letztes katholisches Dogma. Darunter versteht man einen mit höchster Autorität verfassten und unfehlbaren Lehr- und Glaubenssatz. Darin heißt es unter anderem, dass "die unbefleckte, allzeit jungfräuliche Gottesmutter Maria nach Ablauf ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde".

Nach katholischer Lehre lebt die Seele nach dem Tod weiter, aber der Leib wird erst am Tag des Jüngsten Gerichtes auferweckt. Die sofortige leibliche Aufnahme Mariens ist also ein besonderes Privileg, das die herausragende Rolle der Gottesmutter betont. Papst Benedikt XVI. hat es einmal so formuliert: "Wir glauben, dass Maria, wie Christus, ihr Sohn, den Tod schon besiegt hat."

Was ist der wichtigste Unterschied zu Christi Himmelfahrt?

Christus steigt aus eigener Kraft zu Gott empor, Maria dagegen wird in den Himmel aufgenommen. Im Deutschen heißt beides Himmelfahrt, im Lateinischen wird der Unterschied deutlich zwischen "Assumptio Mariae" (Aufnahme Mariens) und "Ascensio Christi" (Hinaufsteigen Christi).

Seit wann wird Mariä Himmelfahrt gefeiert?

Das Fest hat seinen Ursprung in der Ostkirche und entwickelte sich dort im 5. und 6. Jahrhundert. In der römischen Kirche wird die Aufnahme Mariens in den Himmel seit dem 7. Jahrhundert gefeiert, im deutschsprachigen Raum seit dem 9. Jahrhundert. Die Lehre von der Aufnahme Mariens in den Himmel wurde schließlich 1950 von Papst Pius XII. als Dogma verkündet.

Wo ist Mariä Himmelfahrt gesetzlicher Feiertag?

In Österreich und Liechtenstein ist der 15. August landesweit gesetzlicher Feiertag, ebenso in Deutschland im Saarland sowie im Großteil Bayerns. In der Schweiz ist in acht Kantonen generell arbeitsfrei, in weiteren sieben Kantonen in etlichen Gemeinden. Außerdem ist Mariä Himmelfahrt in vielen anderen katholischen Ländern weltweit Feiertag - in Europa etwa in Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg, Polen, Portugal und Spanien.

Und was bedeutet in diesem Zusammenhang der Begriff "Maria Entschlafung"?

In der Ostkirche wird das Fest bis heute als "Tag der Entschlafung" und Maria als die "Panagia", die "Allerheiligste", bezeichnet, die als erster Mensch die Vergöttlichung erfahren habe, weil Christus ihre Seele sofort ins Paradies holte. Auch wenn liturgische Texte des Festes die Unversehrtheit ihres Leibes im Tod bekennen, bleibt die orthodoxe Theologie hinsichtlich einer leiblichen Aufnahme in den Himmel zurückhaltend. Ebenso meidet die orthodoxe Theologie die Begriffe der "Aufnahme" und der "Himmelfahrt" der Gottesmutter. Den wichtigen Rang des Festes im geistlichen Leben der Ostkirchen unterstreicht jedoch eine 14-tägige Fastenzeit ("Marienfasten"), die auf das Fest vorbereitet.

Wie feiert der Papst?

Der 15. August ist in Italien nicht nur Mariä Himmelfahrt, sondern auch "Ferragosto", ein Feiertag, an dem in Rom fast alles stillsteht. Der Begriff geht auf die heidnischen "Feriae Augusti" (Ferien des Augustus) aus dem ersten nachchristlichen Jahrhundert zurück.

Anlässlich des Hochfestes der Aufnahme Mariens in den Himmel am 15. August zelebriert der Papst heuer um 10 Uhr die Heilige Messe in der päpstlichen Pfarrei San Tommaso da Villanova in Castel Gandolfo.

Welches Brauchtum ist mit dem Fest verbunden?

In vielen Regionen Österreichs sind an dem auch als "großer Frauentag" bekannten Fest vor allem Lichterprozessionen, Schiffsprozessionen wie auf dem Wörthersee und Kräuterweihen populär. Dabei werden bis zu 77 verschiedene Kräuter und Pflanzen gesammelt, zu sogenannten Buschen zusammengebunden und gesegnet. Danach werden sie oft im Haus aufgehängt, wo sie gegen Krankheiten, Gewitter und Blitzschlag helfen sollen. Zum Teil werden sie auch kranken Tieren unters Futter gemischt.

Einer Legende nach öffneten die Jünger das Grab Mariens und fanden nicht ihren Leichnam, sondern blühende Blumen und Kräuter. Daraus hat sich die Tradition der Kräutersegnung entwickelt. Heute wird daraus oft auch der Appell abgeleitet, die Natur mitsamt ihrer Schönheit und Heilkraft wieder stärker zu achten.
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