Päpstliche Missionswerke verteilen Lebensmittelpakete - Sechster Jahrestag der Beirut-Explosion - Rund eine Million Menschen mussten im vergangenen Jahr den Südlibanon verlassen
Wien/Beirut, 07.08.2026 (KAP) Die Päpstlichen Missionswerke im Libanon haben 100 Lebensmittelpakete an vertriebene Familien aus dem überwiegend christlichen Dorf Aïn Ebel im Südlibanon verteilt. Die Hilfsaktion richtete sich an Menschen, die von den anhaltenden militärischen Spannungen zwischen der Hisbollah und Israel sowie den Folgen der Militäroperationen im Grenzgebiet betroffen sind. Die Verteilung erfolgte wenige Tage vor dem sechsten Jahrestag der Explosion im Hafen von Beirut; im Zuge der Katastrophe am 4. August 2020 wurden große Teile der Hauptstadt zerstört, hunderte Menschen haben ihr Leben verloren.
Die Initiative solle "die Nähe der Kirche zu den Schwächsten bezeugen und die vom Konflikt betroffenen Gemeinschaften unterstützen", sagte El Ters der römischen Nachrichtenagentur Fides. Nach Angaben der Nachrichtenagentur waren im vergangenen Jahr rund eine Million Menschen aus dem Südlibanon zur Flucht gezwungen.
Viele der Vertriebenen leben bei Verwandten, in Schulen oder anderen Einrichtungen und sind weiterhin auf humanitäre Hilfe angewiesen. Zwar kehrten nach einer Waffenruhe zahlreiche Familien in ihre Dörfer zurück, andere blieben im Norden, weil ihre Häuser zerstört, die Infrastruktur schwer beschädigt und die Sicherheitslage weiterhin unsicher ist.
Hilfe aus Österreich
Zuvor hat auch der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl zur Unterstützung der Not leidenden Bevölkerung des Libanon aufgerufen. Eine Spendenaktion der Pfarre Baden-St. Stephan und weiterer Pfarren soll die Not der Binnenflüchtlinge innerhalb des Libanons zumindest ein wenig lindern. Erzbischof Grünwidl unterstützt die Aktion: "Helft uns helfen", so sein Appell. Auch das Hilfswerk Jugend Eine Welt hat vor einer humanitären Krise gewarnt; das einst prosperierende Land ist "massiv destabilisiert" und Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen. "Die Menschen im Libanon haben in den vergangenen Jahren eine Krise nach der anderen erlebt. Die Hafenexplosion in Beirut, die schwere Wirtschaftskrise, die Pandemie und nun erneut Krieg und Vertreibung. Was besonders betroffen macht, ist, dass viele Familien nie die Chance hatten, sich von den früheren Schicksalsschlägen zu erholen", erklärte dazu Jugend-Eine-Welt-Geschäftsführer Reinhard Heiserer .