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Debatte über Armutsentwicklung in Argentinien

03.08.2026 11:54
Argentinien/Gesellschaft, Bevölkerung/Armut/Kirche/Wissenschaft/Volkswirtschaft/Soziales/Wirtschaft-Finanzen/Wirtschaftspolitik/Statistik
Katholische Universität widerspricht offiziellen staatlichen Zahlen - Kirche kritisierte bereits wiederholt Mileis Kürzungspolitik
Buenos Aires, 03.08.2026 (KAP/KNA) Wie stark die Armut unter Argentiniens libertärem Präsidenten Javier Milei tatsächlich gesunken ist, darüber gibt es widersprüchliche Meldungen. Das nationale Statistik-Institut INDEC geht für den Zeitraum von 2022 bis 2025 von einem Rückgang von 10,9 Prozent aus. Die Katholische Universität UCA hat nun ihrerseits Zahlen veröffentlicht, die den offiziellen Angaben widersprechen. Laut UCA ist die Armut in dem südamerikanischen Land lediglich um 3,1 Prozent gesunken. Zur Begründung nennt sie unterschiedliche Methoden der Datenerfassung. Die angesehene Universität misst bereits seit Jahrzehnten die Armutsentwicklung in Argentinien, berichtet die deutsche katholische Nachrichtenagentur KNA.

Das Thema ist im Land politisch aufgeheizt, weil das harte volkswirtschaftliche Sanierungsprogramm der Milei-Regierung der Bevölkerung einige Härten abverlangt. Gewerkschaften und soziale Bewegungen organisieren immer wieder Streiks und Proteste.

Seit Mileis Amtsantritt ist die Inflation deutlich rückläufig; der Staatshaushalt erwirtschaftet wieder Überschüsse, Investoren kehren zurück. Zudem ist laut den staatlichen Zahlen die Armut zurückgegangen. Letzteres zweifeln allerdings die in den einkommensschwachen Vierteln populären Armenpriester immer wieder öffentlich an. Sie verweisen auf eigene Beobachtungen in den sozialen Brennpunkten.

Kritik an Kürzungspolitik

Die katholische Kirche kritisiert wiederholt Mileis Kürzungspolitik: "Wenn wir auf ein Argentinien setzen, in dem nicht alle am Tisch sitzen, in dem nur wenige profitieren, wird das soziale Gefüge zerstört, die Kluft wird größer, und dann enden wir als eine Gesellschaft auf dem Weg zur Konfrontation", sagte der Erzbischof der Hauptstadt Buenos Aires, Jorge García Cuerva, vor wenigen Wochen. Das libertäre Regierungslager wirft der Kirche vor, dem lange regierenden linksgerichteten Peronismus nahezustehen.

Im Juni hatte das UN-Kinderhilfswerk Unicef berichtet, dass die Kinderarmut in Argentinien im zweiten Halbjahr 2025 mit 42,3 Prozent auf den niedrigsten Stand seit acht Jahren gesunken sei. Laut den UN-Angaben schafften rund 1,3 Millionen Kinder den Sprung über die Armutsgrenze. Den Daten der Unicef-Erhebungen zufolge lebten Ende 2025 noch 5,1 Millionen Kinder und Jugendliche in armen Haushalten; 2024 waren es noch 6,3 Millionen Kinder.
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