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Kabarettist und Schulleiter: Religion soll kein Selektionsfach sein

03.08.2026 12:34
Österreich/Kirche/Schule/Kunst/Kultur/Theater/Glaube/Religionsunterricht/Religion/Kabarett
Kleinkünstler, Religionslehrer und Schulleiter im Kirchenzeitungs-Interview über Rückkehr in den Schulalltag, Glauben und Humor
Linz, 03.08.2026 (KAP) Religionsunterricht sollte nach Ansicht des Kabarettisten, Religionslehrers und Schulleiters Stefan Haider nicht primär der Leistungsbewertung dienen. "Religion muss für mich kein weiteres Selektionsfach sein", er vergebe bewusst gute Noten, weil Schülerinnen und Schüler in anderen Fächern bereits ausreichend unter Leistungsdruck stünden, so der Direktor der BAfEP und Modeschule Wiener Neustadt im Interview mit der Kooperationsredaktion der österreichischen Kirchenzeitungen (aktuelle Ausgabe). Entscheidend sei für ihn die persönliche Beziehung zu den Jugendlichen. "Ein Sehr gut gibt es nicht geschenkt, aber es ist bewusst leicht erreichbar."

Der 1972 geborene Theologe war mehrere Jahre ausschließlich als Kabarettist tätig, kehrte aber später an die Schule zurück. Neben der finanziellen Absicherung habe ihn vorwiegend die Arbeit mit jungen Menschen zurück in den Unterricht geführt. "Mir hat das Bodenständige gefehlt", so Haider.

"Humor hilft, die eigenen Unzulänglichkeiten mit Gelassenheit zu sehen", so der Theologe zu seinem Zweitberuf als Kleinkünstler. Seinen Humor verstehe er dabei vor allem als Form der Selbstironie. "Ich komme von innerhalb der katholischen Kirche als gläubiger Christ, der bewusst katholisch leben möchte. Deshalb arbeite ich lieber mit Ironie als mit Satire. Satire will ihr Ziel oft verändern oder angreifen, Ironie nimmt etwas an und spielt humorvoll damit. So verstehe ich auch mein Kabarett."

Der leicht weltfremde, übertrieben fromme Religionslehrer mit null Autorität, der allen Schülerinnen und Schülern mit grenzenlosem Wohlwollen begegne, sei sein liebstes Klischee über Religionslehrer. Dieser scheitere dann grandios, weil er die menschliche Realität - dass Menschen immer unvernünftig, brav und kooperativ seien - in seiner Planung ein wenig unterschätzt habe. Er selbst lebe seine Rolle als Religionslehrer als "Löwendompteur" mit " viel Wertschätzung, aber auch mit klaren Regeln und Führung".

(Link: www.stefanhaider.com)
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