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Australien: Migranten stützen katholische Kirche

19.06.2026 13:59
Australien/Kirche/Migration/Gesellschaft
42 Sprachen, volle Kirchen: Einwanderer prägen die katholische Kirche in Australien immer stärker und bremsen den Mitgliederschwund
Köln/Canberra, 19.06.2026 (KAP/KNA) Ohne Einwanderer sähe es in der australischen katholischen Kirche laut Experten schlecht aus: Der emeritierte Erzbischof von Brisbane, Mark Coleridge, betonte laut einem am Freitag im Kölner Portal "domradio.de" veröffentlichten Beitrag: "Wenn man die Vietnamesen, die Inder und die Filipinos weglassen würde, würden wir nicht gerade gut dastehen." Die australischen Bischöfe hatten 2025 in einem Hirtenwort den "unermesslichen Beitrag" der Migranten gewürdigt.

Diese sind laut dem Bericht, der in Kooperation mit der Nachrichtenplattform "globalcatholic.com" veröffentlicht wurde, ein wichtiger Faktor für das Fortbestehen der katholischen Kirche in Australien und prägen eine tiefgreifende kirchliche Erneuerung. Aus einem vom Nationalen Zentrum für Pastoralforschung erstellten sozialen Profil der australischen Kirche gehe hervor, dass katholische Einwanderer aus Asien den Rückgang der Mitgliederzahlen unter den im Land geborenen Australiern teilweise ausgleichen. Gerade in den Großstädten entstünden so zunehmend multikulturelle Gemeinden, die von jüngeren und enger mit der Kirche verbundenen Mitgliedern geprägt werden.

Viele südostasiatische Katholiken

Obwohl Katholiken die größte einzelne Religionsgruppe in Australien bleiben, sank ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung laut einer Volkszählung aus dem Jahr 2021 innerhalb von fünf Jahren von 22,6 auf 20 Prozent. Schon 2021 wurden von den rund fünf Millionen Katholiken im Land 21 Prozent im Ausland geboren. So stammt inzwischen fast jeder fünfte Katholik aus einem nicht englischsprachigen Land. Filipinos bilden mit 4,3 Prozent aller australischen Katholiken die größte Einzelgruppe. Daneben gibt es viele katholische Zuwanderer aus Indien, Vietnam, dem Irak, dem Libanon und Sri Lanka.

Auch die Zahl der Gottesdienstbesucher spiegelt diesen Trend: Während ihre Zahl insgesamt rückläufig ist und 2021 bei nur noch 8,2 Prozent der katholischen Bevölkerung lag, verzeichneten die östlichen Diözesen einen großen Anstieg: Wegen zunehmender Zuwanderung aus Indien verzeichnete die syro-malabarische Eparchie laut Umfrage einen Anstieg um 90 Prozent: von 4.390 Messbesuchern im Jahr 2016 auf 8.352 im Jahr 2021. Die Gottesdienst-Besuchsquote kletterte im gleichen Zeitraum von 52,6 auf 81 Prozent. In Australien wird die Messe mittlerweile in mindestens 42 verschiedenen Sprachen und in ganz unterschiedlicher Form gefeiert.
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