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Papst: Anhaltende Unsicherheit vertreibt Orient-Christen

19.06.2026 12:05
Vatikan/Papst/Kirche/Krieg/Gesellschaft/Hilfsorganisation/Ostkirchen
Leo XIV. prangert in Rede vor Vertretern der Päpstlichen Hilfswerke für die Ostkirchen an, "wie viel Geld in dieser dunklen Stunde der Geschichte verschwendet wird, um zu töten"
Vatikanstadt, 19.06.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat die durch Kriege verursachte Instabilität angeprangert, die Christen im Nahen Osten dazu zwingt, ihre Heimat zu verlassen. Krieg löse keine Probleme, sondern schaffe Tragödien, sagte das Kirchenoberhaupt am Donnerstag im Vatikan vor Vertretern der Päpstlichen Hilfswerke für die Ostkirchen (ROACO). Leo erinnerte an den "schmerzhaften Wegzug" der orientalischen Christen aus ihren Heimatgebieten. Vor allem die Plage der von Krieg verursachten unsicheren Lebensverhältnisse ließen die Kirchen in der Region "ausbluten", beklagte er.

Ohne konkrete Länder zu nennen, erklärte Leo XIV., dass selbst nach Ende eines Krieges Gesellschaften von den "Dramen der Vergangenheit" gezeichnet blieben. Bewaffnete Banden, geschwächte Institutionen und manipulative äußere Einflüsse unterwanderten das politische und gesellschaftliche Leben, so der Papst laut Bericht des Portals "Vatican News". Ein solches System manövriere sich "zwischen tausend Hintertürchen, geheimen Abkommen und Partikularinteressen" hindurch: "Mit den kaum verhohlenen Machenschaften anderer Staaten, die nach ihren Ressourcen gieren und schädlichen Einfluss ausüben, wobei sie die fragilen Verhältnisse als Ergebnis innerstaatlicher Widerstände erscheinen lassen."

Die andauernde Unsicherheit ersticke Entwicklungsmöglichkeiten und belaste besonders die Armen, sagte der Papst. Die Situation drängt Menschen in prekäre Beschäftigungsverhältnisse, zerstöre Hoffnungen und Zukunftschancen und belaste besonders Familien sowie junge Menschen.

"Während ihr Zukunft aufbaut, zerstören sie die Gegenwart"

Leo XIV. würdigte den "stillen und segensreichen Dienst" der im Dachverband ROACO (Riunione delle Opere per l'Aiuto alle Chiese Orientali) versammelten Hilfswerke. Ihre Arbeit stehe in krassem Widerspruch dazu, "wie viel Geld in dieser dunklen Stunde der Geschichte verschwendet wird, um zu töten", unterstrich der Papst. "Geld, das von so vielen, die Kriege schüren, einfach verschleudert wird. Während ihr Leben schafft, säen sie den Tod; während ihr eure Hand dem Nächsten reicht, suchen sie Feinde, die sie vernichten können; während ihr den Dialog fördert, streben sie nach Monologen; während ihr Wege der Hoffnung eröffnet, sperren sie die Völker in Angst ein; während ihr die Zukunft aufbaut, zerstören sie die Gegenwart."

Die ROACO wurde 1968 gegründet und untersteht dem Leiter der Ostkirchen-Behörde im Vatikan. Der Dachverband verfügt nicht über eigene Finanzmittel, sondern ist ein loser Zusammenschluss von Hilfswerken. Schwerpunkt der dieswöchigen ROACO-Jahrestagung in Rom ist die stärkere Unterstützung der Ausbildung von Priestern und Ordensleuten in den Seminaren der Ostkirchen.

Eine Kirche zu unterstützen bedeute nicht nur, sie mit materiellen Mitteln zum Lebensunterhalt zu versorgen, "sondern ihr auch zu helfen, in ihrer Identität und ihrer Evangelisierungskraft zu wachsen, die auf der Ausbildung der Amtsträger beruhen, die berufen sind, ihren geistlichen Reichtum zu verbreiten", begrüßte Papst Leo XIV. dies. Das christliche Erbe des Ostens könne nur bewahrt werden, wenn es verstanden werde.
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