Bischof Wilmer führt ab Sonntag Deutschlands größte Diözese
19.06.202610:25
Deutschland/Kirche/Leute/Personalien
Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz übernimmt Amt des Bischofs von Münster
Münster, 19.06.2026 (KAP/KNA) Bischof Heiner Wilmer übernimmt am Sonntag das Amt des Bischofs von Münster. Damit besetzt der 65-Jährige bald zwei bedeutende Positionen in der katholischen Kirche in Deutschland: Er leitet die mitgliederstärkste deutsche Diözese und sitzt der Deutschen Bischofskonferenz vor.
Am Tag seiner Amtseinführung wird der Ordensmann ein volles Programm hinter sich gebracht haben: In der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei legte er den Treueid ab; zudem pilgerte er mit mehreren Gruppen durch die Diözese Münster, um den Menschen in seiner neuen Diözese zu begegnen.
Die Diözese Münster erwartet für Sonntag viele Gäste aus Kirche, Politik und Gesellschaft. Den Gottesdienst um 14 Uhr gestaltet auch der Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki mit. Die Diözese Münster gehört zur Kirchenprovinz Köln.
Am Ende der Feier spricht unter anderem Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) ein Grußwort. Im Anschluss findet ein für jedermann offenes Fest der Begegnung auf dem Domplatz statt.
Wilmer wuchs auf Bauernhof auf
Heiner Wilmer wurde am 9. April 1961 im Emsland geboren. Er wuchs auf einem Bauernhof auf und trat mit 19 Jahren in den Orden der Herz-Jesu-Priester (Dehonianer) ein. Er studierte Theologie und weitere Geisteswissenschaften in Freiburg, Paris und Rom und promovierte über die Mystik in der Philosophie von Maurice Blondel (1861-1949).
Als Lehrer sammelte Wilmer Erfahrung sowohl in der New Yorker Bronx als auch im emsländischen Handrup. 2007 wurde er Provinzial der deutschen Ordensprovinz, 2015 Generaloberer seines weltweit tätigen Ordens in Rom. 2018 ernannte ihn Papst Franziskus (2013-2025) zum Bischof von Hildesheim.
In der Diözese Münster folgt Wilmer auf Felix Genn (76), der im März 2025 altersbedingt zurückgetreten war. Zur mitgliederstärksten deutschen Diözese gehören knapp 1,6 Millionen Katholikinnen und Katholiken.