Leo XIV. veröffentlicht Botschaft zum diesjährigen kirchlichen Welttag der älteren Menschen - Papst: "Menschliches Herz hat unverzichtbares Bedürfnis nach Nähe"
Vatikanstadt, 16.06.2026 (KAP) Papst Leo XIV. ruft dazu auf, die Einsamkeit von älteren Menschen zu lindern. In seiner Botschaft zum diesjährigen kirchlichen Welttag der Großeltern und älteren Menschen am 26. Juli ruft er die Jüngeren auf, ihre Großeltern und älteren Familienmitglieder zu besuchen, "und auch diejenigen, die keinen Besuch erhalten". Die digitale Kultur vervielfache Verbindungen und biete neue Möglichkeiten der Begegnung. "Dennoch bewahrt das menschliche Herz ein unverzichtbares Bedürfnis nach Nähe", schreibt der 70-jährige Papst laut Vatican News in der vorab veröffentlichten Botschaft.
Über dem Leben vieler Senioren scheine "ein Schleier zu liegen, der ihre Gesichtszüge verschwimmen lässt", bedauert der Papst. In manchen Pflegeeinrichtungen bestehe die Gefahr, "dass die Einzigartigkeit des Menschen sich auf die Nummer seines Bettes oder sein Krankheitsbild reduziert". Dem solle man mit Besuchen nach Kräften entgegenwirken.
Der von Papst Franziskus (2013-2025) eingeführte Welttag findet heuer zum sechsten Mal statt. Das diesjährige Motto lautet "Ich aber werde dich niemals vergessen" und stammt aus dem Buch Jesaja (Jes 49,15) im Alten Testament der Bibel.
Gottes Liebe, "die niemanden vergisst", sei eine "Antwort auf die Anonymität, in der das menschliche Leben allzu oft verloren geht", schreibt Papst Leo. Er kritisiert, dass man Senioren oft "als Last empfindet" und dass "eine gewinnorientierte Wirtschaft die familiären Bindungen schwächt".
"Gebrechlich, aber zugleich berufen"
Ältere Menschen ruft Leo XIV. dazu auf, "zu entdecken, dass wir von Gott mit einer unvergänglichen Liebe beschenkt sind". "Auch wenn uns dieser Gedanke ungewohnt erscheinen mag, so ist es doch wahr, dass wir auch im Alter nicht aufhören, Söhne und Töchter zu sein, und so bleibt die Einladung, in die Arme Gottes zurückzukehren, dessen Liebe zugleich väterlich und mütterlich ist, jeden Tag gültig."
Senioren sollten sich der Gebrechlichkeit nicht schämen. "Gerade diese Schwäche birgt ein neues Potenzial, das auch die anderen Lebensabschnitte erhellt. Denn wenn sie angenommen und anerkannt wird, macht die Gebrechlichkeit das Herz offen für gegenseitige Unterstützung und für die Anrufung Gottes", hält Leo XIV. fest. Wörtlich schreibt der Papst: "So können wir als Christen das Alter leben: gebrechlich, aber zugleich berufen."