Koreanischer Kardinal: "Wir dürfen niemals auf Frieden verzichten"
15.06.202607:37
Südkorea/Vatikan/Kirche/Frieden/Diplomatie
Kurienkardinal Lazzaro You Heung-sik feierte Friedensmesse römischen Basilika Sankt Paul vor den Mauern, an der auch Südkoreas Präsident Lee Jae-myung mit einer Delegation teilnahm
Vatikanstadt, 15.06.2026 (KAP) Bei einer Messe für Frieden und Versöhnung in Korea hat der südkoreanische Kurienkardinal Lazzaro You Heung-sik politische Vertreter der Halbinsel dazu ermutigt, sich mit "konkreten Verpflichtungen" für den Dialog einzusetzen. Der Präfekt des Klerusdikasteriums, Lazzaro You Heung-sik, predigte am Sonntag bei einer Messe in der römischen Basilika Sankt Paul vor den Mauern, an der auch Südkoreas Präsident Lee Jae-myung mit einer Delegation teilnahm, wie das Portal "VaticanNews" berichtete.
"Die koreanische Halbinsel trägt noch immer die Wunden der Teilung. Brüder und Schwestern leben noch immer getrennt. Welches Leid könnte größer sein als dieses?", fragte der Kardinal. Und er bekräftigte: "Wir dürfen niemals auf den Frieden verzichten, aus keinem Grund. Wir stehen vor der Verantwortung, uns alle gemeinsam und mit aller Kraft für den Aufbau des Friedens einzusetzen."
"Dialog ist stärker als die Konfrontation"
Kardinal Lazzaro You Heung-sik wandte sich direkt an die anwesenden politischen Vertreter seines Heimatlandes. "Mit einem stets offenen Herzen, das zum Zuhören bereit ist, hoffe ich aufrichtig, dass die Republik Korea gemeinsam mit Ihnen, Herr Präsident, vor der ganzen Welt bezeugen kann, dass der Dialog stärker ist als die Konfrontation, die Versöhnung stärker als der Hass und das Vertrauen stärker als die Angst."
Wahrer Frieden sei "nicht einfach die Abwesenheit von Konflikten oder ein Zustand, in dem man nicht gegeneinander kämpft. Im Gegenteil, wahrer Frieden entsteht aus konkreten Verpflichtungen", betonte der Kardinal.
Es brauche einen aufrichtigen und offenen Dialog, die Achtung der Würde jedes Menschen und das Bemühen, die Situation des anderen zu verstehen. "Die Sprachen der Politik und der Diplomatie mögen unterschiedlich sein, doch der Wunsch, das Leben zu bewahren, dem Menschen zu dienen und das Gemeinwohl anzustreben, kann sich im Geist des Evangeliums stets vereinen", zeigte sich der Kardinal überzeugt.
Leo XIV. setzt Weg von Papst Franziskus fort
In seiner Predigt erinnerte der Präfekt des Klerusdikasteriums an die Friedensbemühungen von Papst Franziskus, die Papst Leo XIV. heute fortsetze. Als der US-amerikanische Papst seinen Dienst mit dem Friedensgruß des Auferstandenen Christus angetreten habe, habe Leo die "Mission der Kirche in einer gespaltenen Welt" verkündet, so Lazzaro You Heung-sik: "In Erinnerung an die Tragödie des Krieges formulierte der Heilige Vater den Appell, dass sich Krieg niemals wiederholen möge, und lud die gesamte Menschheit ein, sich für einen gerechten und dauerhaften Frieden einzusetzen."