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Bürgermeister Ludwig und Papst Leo XIV. am 27. Mai 2026 auf dem Petersplatz
Generalaudienz
Bild Copyright: © Vatican Media

Bürgermeister Ludwig lädt Papst nach Wien ein

27.05.2026 19:14
(zuletzt bearbeitet am 27.05.2026 um 19:17 Uhr)
Österreich/Vatikan/Italien/Papst/Politik/Ludwig/Diplomatie/Digitalisierung
Austausch bei Generalaudienz im Vatikan laut Stadt Wien u.a. zu geopolitischer Lage, Künstlicher Intelligenz und Digitalisierung sowie Bedeutung des interreligiösen Dialogs - Auch Volksanwältin Schwarz bei großer Mittwochs-Audienz mit Leo XIV.
Vatikanstadt/Wien, 27.05.2026 (KAP) Bürgermeister Michael Ludwig hat Papst Leo XIV. nach Wien eingeladen. Bei der Begegnung zwischen beiden im Rahmen der Generalaudienz am Mittwoch am Petersplatz in Rom hat der Wiener Bürgermeister dem Papst über das gute Miteinander der Religionen und den Wiener Religionsrat in der Bundeshauptstadt berichtet und die Bedeutung des interreligiösen Dialogs für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und den Frieden thematisiert. In dem Zusammenhang hat Ludwig auch die persönliche Einladung an den Papst zu einem Wien-Besuch ausgesprochen, wie ein Sprecher des Bürgermeisters gegenüber Kathpress am Mittwochabend bestätigte.

Weitere Themen des Gesprächs waren laut Mitteilung der Stadt Wien die geopolitische Lage in Europa, die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit sowie ethische Fragen im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz und Digitalisierung. "Viele gemeinsame Ansätze mit den Überlegungen des Papstes" ortete der Wiener Bürgermeister vor dem Hintergrund der am Pfingstmontag vom Kirchenoberhaupt veröffentlichten Sozialenzyklika über einen verantwortungsvollen Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Wien beschäftige sich intensiv mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesellschaft, so Ludwig: "Unter dem Leitgedanken des Digitalen Humanismus verfolgen wir das Ziel, den Menschen wieder ins Zentrum technologischer Innovation zu stellen - und nicht umgekehrt."

Technologischer Fortschritt dürfe niemals auf Kosten von Menschenwürde, sozialer Gerechtigkeit oder demokratischer Teilhabe gehen, hielt Ludwig fest. Wien verfüge mit seinen Universitäten, Forschungseinrichtungen, internationalen Organisationen und kirchlichen Institutionen über "hervorragende Voraussetzungen, um eine führende Rolle bei ethischen Fragen rund um Digitalisierung und KI einzunehmen", so der Bürgermeister. Es gelte, "Innovation und Verantwortung miteinander zu verbinden".

Ludwig: Wien eine "Drehscheibe für internationale Diplomatie"

Im Gespräch mit Leo XIV. hob Ludwig laut Mitteilung zudem die Rolle Wiens als "Drehscheibe für internationale Diplomatie" hervor. Gerade in Zeiten globaler Krisen brauche es "Orte der Verständigung, des friedlichen Dialogs und der konstruktiven Zusammenarbeit".

Der Bürgermeister besuchte die Generalaudienz in Begleitung des Präsidenten der Wirtschaftskammer Wien, Walter Ruck. Später folgte ein Besuch in der Lateranbasilika, der Bischofskirche des Papstes in Rom. Am Donnerstag treffen Ludwig und Ruck Roms Bürgermeister Roberto Gualtieri zu einem Arbeitsgespräch.

Auch Volksanwältin Schwarz bei Generalaudienz

Aus Österreich nahm auch Volksanwältin Gaby Schwarz als Vertreterin der Volksanwaltschaft und des International Ombudsman Institute (IOI) an der großen Mittwochs-Audienz mit Leo XIV. teil. Das IOI mit Sitz in Wien gilt als weltweit größte Organisation von Ombudseinrichtungen und fördert den internationalen Austausch zu Rechtsstaatlichkeit, guter Verwaltung und Menschenrechten. In Rom findet bis Freitag eine große internationale Ombudsmann Konferenz. Eine Delegation der mehr als 240 Teilnehmenden besuchte dabei die Generalaudienz am Petersplatz.

"Gerade in herausfordernden Zeiten sind verlässliche Institutionen wichtig, die sich für Menschenrechte und Gerechtigkeit einsetzen", betonte Schwarz laut Aussendung der Volksanwaltschaft nach der Audienz mit dem Papst. Die Volksanwaltschaft engagiere sich als unabhängiges, überparteiliches Kontrollorgan nicht nur national für diese Werte, sondern sei über das IOI weltweit vernetzt.
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