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Sozialethiker: Papstschreiben zu KI ist hilfreicher ethischer Kompass

25.05.2026 14:17
Deutschland/Papst/Technologie/Soziales/Ethik/Gesellschaft/KI
Kölner Sozialethiker Elmar Nass: Päpstliche Abkehr von einer Theorie des gerechten Krieges ist "Kontrapunkt zur praktizierten Logik von Macht und Gewalt"
Köln, 25.05.2026 (KAP/KNA) Der Kölner Sozialethiker Elmar Nass würdigt die erste Enzyklika von Papst Leo XIV. als "Rückkehr zu einer systematischen Soziallehre" und als hilfreichen ethischen Kompass gegen reine Effizienzlogik im Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI). Ohne konkrete Politik zu machen und ohne technikfeindlich zu sein, rücke das Lehrschreiben "Magnifica humanitas" (Großartige Menschheit) die Würde der menschlichen Person in den Mittelpunkt einer von KI geprägten Welt, so Nass in einem Gastbeitrag für das Kölner katholische Portal "domradio.de" am Montag.

Technologischer Fortschritt sei dabei per se weder gut noch schlecht, warne der Papst, werde jedoch häufig von einer reinen Nutzenlogik bestimmt. Diese messe den Wert des Menschen alleine an Schnelligkeit, Effizienz und Leistung, fügte der Sozialethiker hinzu.

Abkehr vom "gerechten Krieg"

Als Risiken für Gesellschaft und Frieden nenne Leo XIV. unter anderem Machtkonzentration bei Technologiekonzernen, Manipulation sowie den Verlust menschlicher Beziehungen, ergänzte Nass. Außerdem könne die Verbindung von KI und militärischer Logik Konflikte verschärfen. "Zweifellos überraschend wirkt zunächst die Abkehr von einer Theorie des gerechten Krieges", fügte er hinzu. Damit setze der Papst einen Kontrapunkt "zu der von Putin, Xi, Trump und anderen Machthabern unserer Tage praktizierten Logik von Macht und Gewalt". Leo fordere demgegenüber eine Logik von Dialog und Diplomatie: "Das ist klug und konsequent."

Als Gegenentwurf verweise das Schreiben auf zentrale Prinzipien der katholischen Soziallehre wie Gemeinwohl, Solidarität und Subsidiarität. Fortschritt müsse sich am Wohl aller messen lassen, besonders an dem der Schwächsten. Zugleich fordere Leo XIV. bessere ethische Bildung, verantwortlichen Journalismus und Regeln für die Entwicklung von KI.

Wichtiger Impuls

Der Papst spiele Technik und Ethik nicht gegeneinander aus, so der Experte weiter, sondern rege eine neue Technikphilosophie an. Allerdings blieben einige begriffliche Unterscheidungen etwas unscharf. Auch gebe es weiterhin offene Fragen etwa zur globalen Durchsetzung ethischer Standards. Insgesamt aber markiere "Magnifica humanitas" einen wichtigen Impuls für eine christlich fundierte KI-Ethik und lade dazu ein, Fortschritt am Menschen auszurichten.

(Kathpress-Themenschwerpunkt mit allen Meldungen zur ersten Enzyklika von Leo XIV. abrufbar unter www.kathpress.at/Papst-Leo-Enzyklika-Magnifica-Humanitas)
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Die erste Enzyklika von Papst Leo XIV.
25.05.2026 12:01
Lehrschreiben "Magnifica humanitas" über den Schutz des Menschen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz

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