Kardinal Marx: Papst Leo XIV. ist "Stimme der ganzen Menschheit"
03.05.202615:29
Deutschland/Religion/Christentum/Papst/Kirche
Münchner Kardinal: "Da ist kein Staatsoberhaupt über ihm, er ist frei. Welch eine großartige Institution!"
München, 03.05.2026 (KAP/KNA) Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat Papst Leo XIV. als "Stimme der ganzen Menschheit" gewürdigt. Dieser handle ohne nationale und ökonomische Interessen, sagte Marx am Sonntag im Münchner Liebfrauendom. "Da ist kein Staatsoberhaupt über ihm, er ist frei. Welch eine großartige Institution!" Gerade in den gegenwärtigen, politisch turbulenten Zeiten werde eine neue Aufmerksamkeit sichtbar für den Dienst des Petrus.
Natürlich sei auch die Geschichte des Papsttums immer ein Auf und Ab gewesen, zudem habe diese ihre dunklen Seiten, räumte der Kardinal ein. "Aber wir dürfen in einem solchen Jahr auch sehen, was ist, wenn es gut gestaltet wird, wenn die Personen diese Aufgabe wirklich annehmen, was es dann bewirken kann in der Welt - unvergleichlich! Und dafür dürfen wir sehr dankbar sein." Durch die globale, mediale Öffentlichkeit sei "die Person des Petrusnachfolgers vielleicht sogar sichtbarer geworden als je zuvor in der Geschichte", gab Marx zu bedenken.
In seiner Predigt würdigte der Erzbischof von München und Freising auch Papst Franziskus: "Papst Leo und uns allen ist es wichtig, dass wir dieses großartige Zeugnis von zwölf Jahren nicht vergessen." Beispielhaft griff er dessen erste Enzyklika "Evangelii gaudium" heraus: "Diese Verkündigung ist weiterhin befreiend, großartig!" Er freue sich sehr darüber, dass Papst Leo beim Konsistorium im Juni wieder von diesem Text ausgehen wolle, um dieses Wort der Evangelisierung weiterzuführen. "Dieses Zeugnis ist nicht einfach erledigt durch den Tod, sondern geht lebendig weiter."
Der Kardinal feierte den Gottesdienst anlässlich des ersten Jahrestags der Wahl von Papst Leo XIV. Kardinal Robert Francis Prevost war am 8. Mai zum Nachfolger des verstorbenen Papstes Franziskus gewählt worden. Zum Gedenken daran begeht die Weltkirche jährlich einen Sonntag im Umfeld des Wahltags als "Papstsonntag".