US-Außenminister Marco Rubio soll in Rom und Vatikan Gespräche führen - Besuch wird wegen Spannungen zwischen Washington, Vatikan und Italien als Versuch einer diplomatischen Annäherung gewertet
Vatikanstadt/Washington/Rom, 03.05.2026 (KAP) US-Außenminister Marco Rubio soll laut italienischen Regierungskreisen kommende Woche zu Gesprächen in Rom und im Vatikan erwartet. Geplant sind Treffen mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin sowie Italiens Außenminister Antonio Tajani, wie die APA am Sonntag berichtet. Medienberichten zufolge könnte der katholische Rubio auch den italienischen Verteidigungsminister Guido Crosetto treffen.
Der Besuch wird vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen Washington, dem Vatikan und der italienischen Regierung als Versuch einer diplomatischen Annäherung gewertet. Auslöser sind unter anderem Differenzen im Kontext des Krieges der USA und Israels gegen den Iran sowie ein öffentlicher Schlagabtausch zwischen US-Präsident Donald Trump und Papst Leo XIV. Letzterer verurteilte im April die "sinnlose und unmenschliche Gewalt" und erklärte, Christen könnten nicht an der Seite jener stehen, die "heute Bomben abwerfen". Vor Gläubigen im Petersdom sagte der Papst: "Genug des Krieges!"
Trump reagierte darauf mit Vorwürfen, der Papst stelle sich auf die Seite eines Landes, das nach Atomwaffen strebe. Leo XIV. betonte seinerseits, es sei seine "moralische Pflicht", sich gegen den Krieg auszusprechen.
Zusätzliche Spannungen ergaben sich zuletzt aus migrationspolitischen Fragen. Der Papst hatte den Umgang mit Migranten in den USA kritisiert und einen "menschlichen" Zugang eingefordert. Zuletzt ernannte er den aus El Salvador stammenden Evelio Menjivar-Ayala zum Bischof der Diözese Wheeling-Charleston, der nach Angaben der Diözese einst ohne gültige Papiere in die USA eingereist war.
Meloni versucht sich als Vermittlerin
Auch zwischen Washington und Rom kam es zuletzt zu Verstimmungen. Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni bezeichnete Trumps Kritik am Papst als "inakzeptabel". Der US-Präsident wiederum drohte Italien mit einem Teilabzug von US-Soldaten und warf dem NATO-Partner mangelnde Unterstützung im Iran-Krieg vor.
Die seit Oktober 2022 regierende Rechtsaußenpolitikerin Meloni versuchte in der Vergangenheit, zwischen dem Rechtspopulisten und Kritikern in der EU zu vermitteln. Italien wie andere europäische NATO-Partner weigern sich, die USA im Krieg gegen den Iran zu unterstützen.