Leo feierte Gottesdienst in Basilika von Mongomo im Osten von Äquatorialguinea - Rund 100.000 Menschen bereiten Papst begeisterten Empfang
Mongomo, 22.04.2026 (KAP) Am vorletzten Tag seiner Afrikareise hat Papst Leo XIV. die Christen in Äquatorialguinea zum aktiven Einsatz für politische und soziale Veränderungen aufgerufen. Zudem äußerte er sich positiv über die Arbeit der christlichen Missionare in früheren Jahrhunderten.
Bei einem Gottesdienst am Mittwoch in der Basilika von Mongomo, einer der größten Kirchen auf dem afrikanischen Kontinent, sagte Leo XIV., er danke Gott für 170 Jahre Evangelisierung. Er erinnerte an die Missionare, Missionarinnen, Diözesanpriester, Katecheten und Laien, die ihr Leben in den Dienst der christlichen Botschaft gestellt hätten. Sie hätten "die Erwartungen, Fragen und Wunden eures Volkes erfasst, sie mit dem Wort des Herrn erhellt und sind so zu einem Zeichen der Liebe Gottes in eurer Mitte geworden". Diese Geschichte sollten die heutigen Christen nicht vergessen.
Das Werk der Missionare fortsetzen
Heute seien sie aufgerufen, den Weg der Missionare fortzusetzen und aktiv an der Entwicklung des Landes mitzuwirken, betonte der Papst. Es gebe einen "Hunger nach Zukunft, die von Hoffnung erfüllt ist, die eine neue Gerechtigkeit hervorbringen kann, die Früchte des Friedens und der Geschwisterlichkeit tragen kann".
Den Menschen in dem seit Jahrzehnten diktatorisch regierten Land rief der Papst zu: "Die Zukunft Äquatorialguineas gestaltet ihr mit euren Entscheidungen mit. Sie ist eurem Verantwortungsgefühl und eurem gemeinsamen Einsatz für den Schutz des Lebens und der Würde jedes Menschen anvertraut."
Für Gerechtigkeit und Freiheit
Sie sollten sich dafür einsetzen, das die Bodenschätze und natürlichen Reichtümer des Landes allen zugute kommen. "Der Herr helfe euch, dass ihr immer mehr zu einer Gesellschaft werdet, welche die Ungleichheit zwischen Privilegierten und Benachteiligten überwindet, indem jeder sich gemäß der ihm übertragenen Verantwortung für das Gemeinwohl einsetzt und nicht für Einzelinteressen. Mögen Räume der Freiheit wachsen, möge die Würde des Menschen stets gewahrt bleiben!"
Das einzige spanischsprachige Land Afrikas wurde im 19. Jahrhundert vor allem durch Missionare des aus Katalonien stammenden Claretiner-Ordens missioniert. Unter der besonders grausamen Diktatur von Francisco Macías Nguema (1968-1979) war die katholische Kirche zeitweise verboten, viele Missionare mussten das Land verlassen. Heute zählt der zentralafrikanische Staat mit nach Schätzungen bis zu 80 Prozent Katholiken zu den katholischsten Ländern des Kontinents.
100.000 Menschen vor Ort
Den Gottesdienst verfolgten rund 100.000 Menschen, davon der größte Teil außerhalb des Gotteshauses über Bildschirme. Sie begrüßten den Papst schon bei dessen Ankunft im Papamobil mit großer Begeisterung und feierten mit Tänzen, Gesängen sowie lautstarken Beifallsbekundungen.
Unmittelbar vor dem Gottesdienst segnete der Papst am riesigen, von Kolonnaden gesäumten Kirchen-Vorplatz den Grundstein einer Kirche, die in der neuen Hauptstadt von Äquatorialguinea "Ciudad de la Paz" entstehen soll.
Auch der seit 1979 ununterbrochen herrschende Präsident Teodoro Obiang Nguema Mbasogo sowie sein Sohn Teodorin, derzeit Vizepräsident und designierter Nachfolger, nahmen an dem Gottesdienst teil. Mongomo ist die Geburtsstadt des Staatschefs.
(Kathpress-Schwerpunkt mit allen Meldungen und Hintergrundberichten zur Afrika-Reise von Papst Leo abrufbar unter www.kathpress.at/papst-in-afrika)
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Zum Auftakt seines Äquatorialguinea-Besuchs hat Leo XIV. Landzeit-Staatschef Obiang ermahnt, Freiheit und Gerechtigkeit zuzulassen - Scharfe Worte auch zur weltpolitischen Lage