Kirche in Israel entsetzt über Kreuzschändung durch Soldaten
20.04.202618:59
Israel/Libanon/Religion/Kirche/Extremismus
Auch Israels Ministerpräsident Netanjahu und Außenminister Saar verurteilen die Tat und äußern Bedauern
Jerusalem, 20.04.2026 (KAP/KNA) Die katholische Kirche in Israel hat die Kreuzschändung durch einen israelischen Soldaten im Süden des Libanon scharf verurteilt. "Diese Tat stellt eine schwere Beleidigung des christlichen Glaubens dar und reiht sich ein in weitere gemeldete Vorfälle der Schändung christlicher Symbole durch Soldaten der israelischen Verteidigungsstreitkräfte im Südlibanon", heißt es laut Nachrichtenagentur KNA in einer Mitteilung der Versammlung der katholischen Bischöfe des Heiligen Landes von Montag.
Das Gremium fordert von Israels Armee Disziplinarmaßnahmen gegen den Beschuldigten und die Garantie, "dass ein solches Verhalten weder toleriert wird noch sich wiederholt". Für Christen sei das Kreuz ein Symbol der Würde und der Hoffnung, heißt es in der vom Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, unterzeichneten Erklärung.
Krieg gegen Iran und Libanon beenden
"Genau in diesem Licht verkündet die Kirche weiterhin, dass wahrer Frieden nicht aus Gewalt entstehen kann, sondern, in den Worten von Papst Leo XIV., 'unbewaffnet' bleiben muss", so die Erklärung. Die katholischen Kirchenvertreter rufen Israel auf, den Krieg gegen Iran und die Hisbollah im Libanon zu beenden und den Dialog zu suchen.
Am Sonntag kursierte ein Bild in den Sozialen Medien, das einen israelischen Soldaten zeigen soll, der im Libanon einer gestürzten Jesusfigur am Kreuz mit einer Axt auf den Kopf schlägt. Israels Armee bestätigte inzwischen die Echtheit des Materials. Eine interne Untersuchung habe ergeben, dass es sich bei dem abgebildeten Soldaten tatsächlich um ein Mitglied der Armee handelt, teilten die Streitkräfte am späten Sonntagabend mit.
Man betrachte den Vorfall "mit großer Ernsthaftigkeit und betont, dass das Verhalten des Soldaten vollkommen unvereinbar mit den von den Truppen erwarteten Werten ist". Die zuständige Einheit werde Untersuchungen einleiten. Gleichzeitig solle die christliche Gemeinschaft, zu der das Kruzifix gehöre, bei dessen Wiederherstellung unterstützt werden.
Israels Regierung verurteilt die Tat
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Außenminister Gideon Saar verurteilten die Tat und äußerten Bedauern. Netanjahu verwies darauf, dass aus seiner Sicht Israel das einzige Land in der Region sei, in dem Christen in Frieden leben könnten. "Während Christen in Syrien und dem Libanon von Muslimen abgeschlachtet werden, gedeiht die christliche Bevölkerung in Israel besser als irgendwo sonst im Mittleren Osten." Er drückte allen Christen im Libanon und in der Welt sein Bedauern aus.
Ähnlich äußerte sich Außenminister Saar. Diese Tat "widerspricht vollkommen unseren Werten", so der Minister. "Wir entschuldigen uns für diesen Vorfall bei allen Christen, deren Gefühle dadurch verletzt wurden."
Die Armee habe "kein Interesse daran, zivile Infrastruktur inklusive religiöser Gebäude oder Symbole zu zerstören". Gleichzeitig solle die christliche Gemeinschaft, zu der das Kruzifix gehöre, bei dessen Wiederherstellung unterstützt werden. - Etwa ein Drittel der libanesischen Bevölkerung bekennt sich zum Christentum.
In der Nacht zu Montag hatte Israels Armee die Echtheit des Bildes bestätigt, das zuvor bereits in Sozialen Medien zirkulierte. Eine interne Untersuchung habe ergeben, dass es sich bei dem Soldaten, der auf den Kopf einer liegenden Christusfigur am Kreuz mit einem Hammer einschlägt, tatsächlich um ein Mitglied der israelischen Streitkräfte handelt. Das Verhalten des Soldaten sei "vollkommen unvereinbar mit den von den Truppen erwarteten Werten", erklärte sie und kündigte Konsequenzen für alle Beteiligten an.