Jubiläen der kroatischen Auslandsseelsorge, darunter 80-jähriges Bestehen der Kroatenseelsorge in Österreich und Deutschland, in Zagreb gefeiert - Nationaldirektor für anderssprachige Seelsorge in Österreich, Kraljic: Kroatisch-sprachige Gemeinden prägen Ortskirche durch Glaubensleben und sozial-karitatives Engagement
Zagreb/Wien, 15.04.2026 (KAP) Die große Bedeutung der kroatisch-sprachigen katholischen Kirchengemeinden in Österreich hat der Wiener Weihbischof Franz Scharl gewürdigt. Die in allen heimischen Diözesen bestehenden Gemeinden zeichneten sich durch ein intensives und nachhaltig wirkendes pastorales Leben aus, betonte der Bischof in einem vom Nationaldirektor für die anderssprachige Seelsorge in Österreich, Alexander Kraljic, bei einem Festakt in Zagreb verlesenen Grußwort. Im Beisein der Erzbischöfe von Zagreb und Sarajevo, Drazen Kutlesa und Tomo Vuksic, wurden dabei am 13. April mehrere Jubiläen der kroatischen Auslandsseelsorge, darunter auch das 80-jährige Bestehen der Kroatenseelsorge in Österreich und Deutschland, gefeiert.
Die Kroaten bildeten die größte anderssprachige katholische Gemeinschaft in Österreich und "prägen die Ortskirche durch ihr Glaubensleben und ihr sozial-karitatives Engagement nachhaltig", so Kraljic, der den kurzfristig verhinderten Weihbischof Scharl - er ist in der Österreichischen Bischofskonferenz zuständiger Referent für die anderssprachige Seelsorge - bei dem Jubiläum vertrat. Im Namen des Bischofs dankte Kraljic für den großen Einsatz in der Sorge um die kroatisch-sprachigen Gläubigen und brachte dessen Hoffnung für eine anhaltend um- und weitsichtige pastorale und karitative Tätigkeit zum Ausdruck, "bei der jede Seite gewinnt und man einander vorwärtsbringen will".
Dankurkunde für Kroatenseelsorger
Dem derzeitigen Nationalkoordinator (Delegaten) für die Kroatenseelsorge in Österreich, dem Franziskanerpater Vjekoslav Lazic, überreichte Kraljic eine von der Spitze der Nationaldirektor gezeichnete Dankesurkunde - stellvertretend für alle in Österreich tätigen kroatischen Seelsorger und auch in Anerkennung seines Wirkens zur Förderung eines "geschwisterlichen Miteinanders von deutsch- und kroatisch-sprachigen Gläubigen und ihren Gemeinden".
Lazic berichtete bei dem Festakt in Zagreb von den pastoralen Herausforderungen in den anderssprachigen Gemeinden. Auch in den kroatisch-sprachigen Kirchengemeinden in Österreich werde die fortschreitende Integration sichtbar, sagte er laut Bericht der kroatischen katholischen Nachrichtenagentur IKA. Gleichzeitig leisteten die Gemeinden neben der Seelsorge auch einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der kroatischen Sprache und Kultur und zum Erhalt der Verbindungen zur Heimat.
Kroatische katholische Missionen im ganzen Land
In Wien besteht bereits seit 1912 eine kroatische katholische Gemeinde. Sie richtete sich damals aber vor allem an die in Österreich ansässigen "Burgenlandkroaten". Durch die Flüchtlingsbewegungen am Ende und nach dem Zweiten Weltkrieg kamen zahlreiche kroatisch-sprachige Gläubige nach Österreich. Nach Berichten gab es Anfang 1946 die ersten Gottesdienste in kroatischer Sprache in Flüchtlingslagern wie jenem in Asten in Oberösterreich.
Später kamen viele Kroaten als Gastarbeiter und in den 1990er Jahren als Flüchtlinge im Zuge der Balkankriege nach Österreich. In jüngster Zeit verstärkte auch der EU-Beitritt Kroatiens den Zuzug. Österreichweit gibt es heute kroatische katholische Missionen in allen Landeshauptstädten und zahlreichen anderen Orten. Zusammen mit den polnisch-sprachigen Seelsorgeeinrichtungen sind jene für die kroatisch-sprachigen Gläubigen die zahlenmäßig größten in Österreich.