Vortrag in Salzburg im Rahmen der Reihe zum 800-Jahr-Gedenken an Franz von Assisi
Salzburg, 15.04.2026 (KAP) Der Salzburger Erzbischof Franz Lackner sieht sein Wirken als Bischof wesentlich durch die Spiritualität des Franz von Assisi geprägt. Bei einem Vortrag am 14. April an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Salzburg verwies Lackner auf die enge Verbindung von gelebtem Alltag und theologischer Reflexion in der franziskanischen Tradition. Neben den Studierenden zählten auch Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf, Landtagsabgeordneter Josef Schöchl, Dekan Dietmar Winkler sowie zahlreiche Professorinnen und Professoren zum Publikum.
Im Rahmen der Vortragsreihe "Theologie im Zeichen der Zeit - 800 Jahre Franz von Assisi" spannte der ehemalige Philosophieprofessor und Franziskanerprovinzial einen Bogen von mittelalterlichen Denkern wie Johannes Duns Scotus (1265 bis 1308) - einem der bedeutendsten franziskanischen Theologen - bis zur heutigen kirchlichen Praxis. Franziskanische Theologen hätten ihre Überlegungen stets aus dem Ordensleben heraus entwickelt, Theologie sei nie vom konkreten Leben getrennt gewesen.
Lackner verwies dabei auf das Leitmotiv "primum vivere, deinde philosophari" (zuerst leben, dann philosophieren). Diese Haltung präge auch seinen Zugang in der Leitung der Erzdiözese Salzburg. So sei ihm bei der Gestaltung des diözesanen Leitbildes im Hinblick auf den heiligen Franziskus wichtig gewesen, eine Haltung auszudrücken, die die Souveränität und Unverfügbarkeit Gottes anerkenne und sich dem Menschen zuwende. Das Leitwort "Unser Glaube - Gott überrascht!" solle diese Offenheit und das Vertrauen zeigen, dass letztlich Gott selbst handle. "Nicht wir werden etwas zustande bringen, es irgendwie organisieren oder bewerkstelligen, sondern wir wollen mit der Osterbotschaft aus dem Mund des Johannes sagen: 'Es ist der Herr!'", so der Erzbischof.
Vortragsreihe "800 Jahre Franz von Assisi"
Die Vortragsreihe findet im Sommersemester an wechselnden Orten statt und beginnt jeweils um 18 Uhr. Sie ist Teil eines mehrjährigen Gedenkens an den 800. Todestag des Heiligen im Jahr 2026, das seit mehreren Jahren mit verschiedenen Jubiläen vorbereitet wird. Zu den Veranstaltungen in Salzburg werden neben Studierenden auch Vertreter aus Politik und Wissenschaft eingeladen.
Die Vortragsreihe findet in Kooperation der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Salzburg mit dem Franziskanerkloster, unterstützt von Pro Oriente Salzburg, statt. "Seine Botschaft von Frieden, Geschwisterlichkeit und Einfachheit prägt auch 800 Jahre nach seinem Tod Schöpfungsverantwortung sowie interreligiösen und ökumenischen Dialog", hieß es seitens der Katholisch-Theologischen Fakultät.
Das Franziskusjahr
Das Franziskusjahr 2026 ist eigentlich der Abschluss und Höhepunkt eines mehrjährigen Gedenkens an den heiligen Franz von Assisi. Seit vier Jahren feiern die Gläubigen in Teiljubiläen mit der franziskanischen Familie zunächst die Weihnachtsfeier und Krippe zu Greccio sowie die Bestätigung der Regel des heiligen Franziskus (1223), danach das Geschenk der Stigmata (1224) und die Niederschrift des Sonnengesangs (1225) sowie heuer den 800. Todestag oder "Transitus" von Franz von Assisi (3. Oktober 1226).