Aleppo: Hilfswerk ICO startet Nothilfe für Opfer jüngster Kämpfe
13.01.202609:57
Syrien/Österreich/Kirche/Konflikte/Soziales/ICO
Versorgung hunderter vor allem christlicher Familien, die ihre Wohnungen verloren haben
Damakus/Linz, 13.01.2026 (KAP) Das Linzer Hilfswerk "Initiative Christlicher Orient" (ICO) bittet nach den jüngsten Kämpfen zwischen syrischen Regierungstruppen und kurdischen Einheiten in der nordsyrischen Metropole Aleppo um Spenden, um die Opfer der Kämpfe versorgen zu können. Konkret wird von der ICO bereits die Aufnahme, Unterbringung und Verpflegung von akut kriegsvertriebenen Familien unterstützt, wie das Hilfswerk Montagabend mitteilte. Die Hilfe wird von der örtlichen Syrisch-orthodoxen Kirche geleistet. Ebenso bemüht sich die ICO um verstärkte Hilfe für eine Suppenküche der örtlichen Franziskanerpfarre, die ebenfalls zahlreiche Flüchtlinge aufgenommen hat und versorgen muss. Auch im örtlichen Kloster der Franziskanerinnen fanden viele Familien Aufnahme, die nun weitere Unterstützung brauchen.
Laut ICO wurden in Aleppo mehr als 150.000 Menschen durch die schweren Kämpfe der letzten Tage zur Flucht aus ihren Wohnungen gezwungen. Über einen humanitären Korridor waren sie zu Tausenden in nicht umkämpfte Stadtviertel oder ins Umland von Aleppo gelangt. Auch unzählige christliche Familien mussten fliehen und fanden Aufnahme in kirchlichen Einrichtungen.
Seit dem Sturz Bashar al-Assad im Dezember 2024 wird das im Nordwesten des Landes gelegene Aleppo weitgehend von der neuen Übergangsregierung kontrolliert. Nur die mehrheitlich von Kurden bewohnten Stadtviertel Sheikh Maqsoud und Achrafieh standen zuletzt noch unter der Kontrolle kurdischer Einheiten.
Truppen der syrischen Übergangsregierung und kurdische Kämpfer lieferten sich seit Dienstag vergangener Woche Gefechte in Aleppo. Beide Seiten gaben sich gegenseitig die Schuld an der Gewalteskalation, bei der mehr als 20 Menschen getötet wurden. Bemühungen zur Eingliederung der de facto autonomen Kurden-Verwaltung und ihrer Armee in die neue syrische Übergangsregierung waren zuletzt im Sande verlaufen.
In einer von der Nachrichtenagentur Sana verbreiteten Erklärung verkündete die Armee am Samstag den Abschluss sämtlicher Militäraktionen in Sheikh Maqsoud. Die dort verbliebenen kurdischen Kämpfer würden in die von Kurden kontrollierte Stadt Takaba im Nordosten des Landes "transferiert", hieß es. Kurdische Kämpfer wiesen die Armeeangaben über eine Einstellung der Kämpfe zurück.