Gewerkschaft lud zu Kundgebung in Linz - Arbeitgebervertreter kritisieren Aktion, hoffen aber weiter auf Kompromiss
Linz, 12.01.2026 (KAP) Nachdem auch bei der vierten Verhandlungsrunde zum Kollektivvertrag für das nichtärztliche Personal in den Ordensspitälern Oberösterreich vergangene Woche kein Abschluss erzielt werden konnte, hat die Gewerkschaft für diesen Montag in Linz zu einer Kundgebung aufgerufen. Bei den Arbeitgebern, sprich den Ordensspitälern OÖ, sorgte dies für wenig Freude, wie einer Aussendung am Montag zu entnehmen war. Trotzdem gab man sich zuversichtlich, dass eine Lösung zustande kommen wird.
Die vorgeschlagene Lohn- und Gehaltserhöhung von 3,3 Prozent ab 1. Juli 2026 würden sich am Abschluss des öffentlichen Dienstes auf Bundesebene orientieren, hieß es in der Aussendung. Die Forderung der Gewerkschaft nach einer Erhöhung über diesem Abschluss würde die Allgemeinheit belasten. Die von der Gewerkschaft geforderte Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich würde beim bestehenden Personal zur Arbeitsverdichtung führen und sich auch auf die Versorgung der Patientinnen und Patienten auswirken. Angesichts der demografischen Entwicklung und des Fachkräftemangels sei diese Forderung laut Ordensspitälern nicht umsetzbar
Für das von den Verhandlungsvertretern der Ordensspitäler OÖ alternativ vorgeschlagene Maßnahmenpaket wiederum gebe es von der Gewerkschaft noch keine Rückmeldung. Umso weniger nachvollziehbar und schon gar nicht zielführend ist deshalb für die Ordensspitäler Kundgebung vor dem Linzer Landhaus. Dennoch werde auf die Kompromissbereitschaft der Gewerkschaft gehofft, hieß es und weiter: "Unsere Hand ist ausgestreckt."
Die Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft vida und den Vertretern der Ordensspitäler dauern bereits seit Ende November an. Die Arbeitnehmerseite fordert eine Lohnerhöhung mindestens in Höhe der Inflation und eine Reduktion der Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Die Arbeitgeberseite hatte bereits zuvor erklärt, dass eine solche Arbeitszeitverkürzung Mehrkosten in Höhe von rund 80 Millionen Euro jährlich verursachen und zusätzliches Personal erfordern würde, das aufgrund des Fachkräftemangels nicht verfügbar sei.
Die Ordensspitäler Oberösterreich beschäftigen rund 10.000 Mitarbeitende und versorgen jährlich 52 Prozent aller stationären Patientinnen und Patienten des Bundeslandes. Im ambulanten Bereich erfolgen 51 Prozent aller Patientenkontakte in den Ordensspitälern Oberösterreichs.