"Hoffnung schöpfend": Diagonalepreis für Portrait eines Krebskranken
03.04.202514:45
(zuletzt bearbeitet am 03.04.2025 um 16:42 Uhr)
Österreich/Film/Kultur/Krebs/Kirche
Kultum-Preis für besten Kurzdokumentarfilm an Josephine Ahnelt für Filmdoku "lll"
Graz, 03.04.2025 (KAP) "Hoffnung schöpfende Filmerzählung" und "cineastischer Glücksfall": So hat die Jury den besten Kurzdokumentarfilm des Grazer Filmfestivals Diagonale gewürdigt, der diesmal von Josephine Ahnelt kommt. Ihre Doku "lll" (2025) begleitet den Protagonisten Albert Farkas mit der schweren Krebs-Diagnose Mantelzelllymphom - der als "entwaffnender und schonungslos humorvoller Protagonist" mit seiner Reflexion "über die eigene Krankheitsgeschichte hinausweist". Auch die Themen transgenerationale Traumata und der Umgang mit der Krankheit im Freundeskreis fänden in "lll" Raum, heißt es auf der Website der Diözese Graz-Seckau (Mittwoch). Gestiftet wurde der Preis in der Höhe von 4.000 Euro wie schon in den Vorjahren vom Grazer Kulturzentrum bei den Minoriten (Kultum).
"lll" bezieht sich auf einen Fachterminus, den Farkas als Diagnose erhielt: "Mantelzelllymphom" - ein Wort mit drei "lll". Die anfängliche Diagnose sei niederschmetternd, die Suche nach lebensbejahender Energie stark, beschreibt das Zentrum für Gegenwart, Kunst und Religion (Kultum) den Film auf seiner Webseite. Die Regisseurin begleitet Farkas in Momenten des Leids, aber auch der Freude. Der Porträtierte besteche durch seinen rabenschwarzen jüdischen Humor und seine Witze über die Dinge, die nicht unbedingt zum Lachen sind, hieß es weiter.
Ahnelt begleite Farkas mit "viel Herz und wachem Aug und Ohr auf dem zähen Weg durch Stationen der Chemotherapie", urteilte Kultum. Auch die Jury erkannte die besondere Beziehung zwischen den beiden: "Das Sprechen über Krankheit - zumal die eigene und umso mehr eine so schwere wie die Krebsart Mantelzelllymphom - erfordert ein hohes Maß an Vertrauen des Betroffenen gegenüber dem Gegenüber. In der künstlerischen Arbeit bedeutet es eine große Verantwortung."