Kirche und PH Burgenland laden zum 80. Jahrestag der Befreiung des KZ Buchenwald am 10. April zu Gedenkabend in Lackenbach mit Jazzmusiker Stojka und Literat Kleinl
Eisenstadt, 03.04.2025 (KAP) Als Zeichen für transkulturelle Verständigung, spirituelle und politische Bildung sowie kulturelle Vielfalt laden die Diözese Eisenstadt und die Private Pädagogische Hochschule Burgenland am 10. April zu einem "politischen Nachtgebet" in die Pfarrkirche Lackenbach ein. Gestaltet wird der Gedenkabend am Vortag des 80. Jahrestags der Befreiung des KZ Buchenwald als "Zeugnis der Menschlichkeit" mit Musik des bekannten Jazzmusikers Harri Stojka und Texten des Künstlers und Literaten Siegmund Kleinl. Stationen wird es auch am jüdischen Friedhof und beim Mahnmal für Roma und Sinti im Freien geben.
Gerade angesichts von Terror, Gewalt, Krieg und Ausgrenzung von Minderheiten stelle sich die Frage nach Zusammengehörigkeit, Toleranz, Friedfertigkeit, dem Mensch-Sein und Mensch-Bleiben, teilte die PH Burgenland in einer Aussendung mit. Die Texte des Autors Siegmund Kleinl sollen am Gedenkabend Zeugnis geben, "wie es ist, in Freiheit leben zu wollen". Über den in Schützen geborenen Künstler und Theologen hieß es: "Er ist ein Warnsinniger, der auf die Sprache hört und Fehlentwicklungen unserer Zeit in einer hochpoetischen Sprachenform und Formensprache vor Augen führt."
Gedichte aus dem KZ Buchenwald
Harri Stojka, er entstammt einer Dynastie der sogenannten Lovara-Roma, wird den Abend musikalisch gestalten. Auch die Gedichte seines Vaters Johann "Mongo" Stojka werden Teil des Programms sein. Er überlebte als eines von wenigen Familienmitgliedern den "Porajmos" (auf Deutsch "Verschlingen"), also den Völkermord der Nationalsozialisten an den Roma und Sinti. Im Konzentrationslager Buchenwald verfasste er ein kleines Buch mit Gedichten und Zeichnungen. Diese waren über acht Jahrzehnte verschollen und lagen in verschiedenen Archiven. Im Jänner 2024 wurden die Gedichte erstmals im Londoner "Imperial War Museum" der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Veranstalter des Abends ist die PH Burgenland in Kooperation mit der Bildungsdirektion Burgenland, der Diözese Eisenstadt, der Gemeinde Lackenbach sowie dem Verein Roma-Service. Das "politische Nachtgebet" ist zudem Teil der diözesanen Reihe "Frieden geben - Demokratie stärken", gefördert von der Österreichischen Gesellschaft für politische Bildung. (Infos: https://www.martinus.at/2025/02/20/frieden-geben-demokratie-staerken)