Worte, Gesten, Nähe: All das prägte das bisherige Pontifikat von Papst Franziskus und ist nach seinem Krankenhausaufenthalt nun schwierig
Bonn/Rom, 03.04.2025 (KAP/KNA) Nach den Worten des Vatikanexperten und Journalisten Marco Politi fängt für Papst Franziskus nach dessen Krankenhausaufenthalt eine sehr schwere Zeit an. Er könne kaum noch reden, müsse das Sprechen neu lernen und könne aufgrund der Ansteckungsgefahr keine Gruppen empfangen oder an Veranstaltungen teilnehmen, sagte Politi im Interview der deutschen Zeitung "Augsburger Allgemeine" (Online Mittwochabend). "Er ist das nicht gewohnt, denn er ist ein Mann der Kommunikation, der Worte und der Gesten."
Dass Franziskus seine Impulse nicht mehr selbst vortragen könne, sei "eine Qual" für ihn, führte der Journalist aus. "Das ist etwas anderes, als zu schreiben." Dabei wolle Franziskus durchaus noch etwas erreichen, sagte Politi. Er verwies auf die Umsetzung des Schlussdokuments der Weltsynode und die geplante kirchliche Versammlung Ende 2028. Niemand wisse, ob der Papst in den nächsten Monaten wieder die Kräfte entwickeln werde, um normal zu regieren. Aber: "Solange es Franziskus möglich ist, Dokumente zu lesen und zu hören, was in der Welt passiert, solange wird er für Überraschungen gut sein."
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