Katholische und evangelische Schülerinnen und Schüler können unter bestimmten Bedingungen künftig gemeinsam Religionsunterricht bekommen
München, 03.04.2025 (KAP/KNA) An Volks- und Mittelschulen in Bayern können katholische und evangelische Schüler künftig gemeinsam Religionsunterricht erhalten. Darauf haben sich die beiden großen Kirchen und das Kultusministerium laut Mitteilung vom Mittwoch geeinigt, wie die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) berichtet.
Für einen dauerhaften solchen Unterricht müssen jedoch einige Bedingungen erfüllt sein, hieß es. Eine davon ist, dass es nicht mehr genügend Schülerinnen und Schüler für eine konfessionelle Lerngruppe gibt. Dies wird allerdings nicht beziffert. Das Fach Religion wird in diesen Fällen von einer Lehrkraft übernommen, die der Mehrheitskonfession angehört.
Fünf Jahre Projektphase
Seit dem Herbst 2019 gab es dazu eine Projektphase. Laut Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) wurde diese Art des Unterrichts positiv aufgenommen. Gerade in Zeiten von gesellschaftlichen Umbrüchen und großen Unsicherheiten könne der Religionsunterricht durch die Vermittlung des christlichen Wertefundaments Orientierung bieten. Die Ministerin dankte den beiden Kirchen. Sie hätten sich bei der Organisation des Religionsunterrichts stets als verlässliche Partner erwiesen.
Der Leiter des Katholischen Büros Bayern, Matthias Belafi, begrüßte die gefundene Lösung. Sie ergänze den klassischen Religionsunterricht. So könnten Kinder weiterhin in ganz Bayern den Grundlagen des christlichen Glaubens begegnen.
Der evangelische Oberkirchenrat Stefan Blumtritt sieht dadurch den Religionsunterricht gestärkt. Konfessionelle Vielfalt werde anerkannt und der Dialog gefördert. Es handle sich um ein zukunftsfähiges Modell, das Glaubensbildung gemeinsam verantworte - "offen, verlässlich und nah an der Lebenswelt der Kinder".