Ordensmann: Beim Marathonlaufen viel Zeit zum Beten
03.04.202508:32
Österreich/Kirche/Sport/Orden
Marchegger Johannes-Bruder P. Benedict-Charbel im Podcast "Orden on air" über seine Leidenschaft für das Laufen, wie der Sport mit dem Ordensleben vereinbar ist und weshalb er so intensiv auf Social Media präsent ist
Wien, 03.04.2025 (KAP) Am 6. April findet in Wien wieder der Vienna City Marathon statt. Im vergangenen Jahr hat P. Benedict-Charbel Telesklav von den Brüdern vom Hl. Johannes in Marchegg dort seinen ersten Marathon bestritten - und das in knapp über 2:55 Stunden. In der neuen Folge des Podcasts "Orden on air" erklärt er, dass sich das intensive Training im Normalfall gut mit seinem Leben als Ordensmann und Priester kombinieren lässt. Das Laufen ist für den Ordensmann auch eine Gelegenheit zum Beten: "Es ist eine sehr monotone Bewegung, das hilft schon, seine Gedanken viel mehr zu fokussieren. Es ist auch ein sehr guter Ort zum Beten, wenn du jetzt nicht gerade Intervalle läufst." Daher entstünden auch viele seiner Ideen für Predigten beim Laufen.
Er sieht beim Laufen außerdem die Chance, das Ordensleben ein Stück weit zugänglicher zu machen. "Du kommst mit Leuten zusammen, mit denen du sonst nie Kontakt hättest. Du hast halt auch eine gemeinsame Leidenschaft, eine gemeinsame Passion, die dich verbindet und es stimmt schon, dass es etwas ist, was dann Leute irgendwie überrascht. So quasi: Wie geht das, dass ein Mönch läuft und dass man das Ganze auch so betreiben kann?"
Und warum ausgerechnet Marathon? - "Marathon ist halt doch irgendwie die Königsdisziplin und von dem her war es dann einfach klar für mich, dass ich gerne Marathon laufen will", so P. Benedict-Charbel. Die vage Idee, einen Marathon laufen zu wollen, hatte er bereits in der Schulzeit, konkreter wurde diese, als er begann, regelmäßiger zu laufen. Beim Vienna City Marathon 2024 absolvierte er seinen ersten vollen Marathon über 42,195 Kilometer. "Das Ziel war, unter drei Stunden zu laufen - ein sehr hohes Ziel für den Marathon. Aber ich habe mir gedacht: 'Dream big.'" Mit einer Zeit von 2:55:23 Stunden ging sein Traum in Erfüllung - und die nächsten Ziele sind bereits gesteckt: Beim Graz-Marathon am 12. Oktober 2025 will er seine Zeit unterbieten und 2:50 Stunden knacken. Beim Vienna City Marathon wird er den Marathon diesmal nicht bestreiten, dafür aber beim Halbmarathon am Start stehen.
Doch der Wettkampf selbst ist für P. Benedict-Charbel nur die "Kirsche auf dem Kuchen". Wichtig sei vor allem das Training davor - die Expertise zur Trainingsgestaltung eignete er sich zum Großteil selbst an, durch "Learning by Doing", Internet-Recherche und Podcasts. Vor allem kurz vor dem Marathon kann die Vorbereitung sehr zeitintensiv werden: "Wenn du über 100 Kilometer pro Woche läufst, da kommt schon einiges an Zeit zusammen." Er bevorzugt es daher, früh am Morgen zu trainieren, wenn alle anderen noch schlafen. Wichtig ist P. Benedict-Charbel aber auch: "Es ist ein Hobby - ich verdiene jetzt nicht mein Geld damit. Das heißt, wenn es halt dann einmal nicht ausgeht, dann geht es halt einmal nicht aus."
Auf Social Media aktiv
Der Ordensmann gibt auch in den Sozialen Medien - vor allem auf Instagram als @bro.bench.csj - Einblick in sein Leben und in das Evangelium. Seine Beweggründe dafür? - "Leute verbringen dort Zeit, also lasst uns dort auch die Kirche, das Ordensleben und die Glaubensverkündigung hinbringen."
Er engagiert sich außerdem bei "Gott ruft", einer Initiative, die mithilfe zeitgemäßer Medienformate wie VLOGs, Reels und Shorts die Sichtbarkeit geistlicher Berufungen erhöhen möchte: "Ich habe das Ordensleben als ein wunderschönes Leben entdeckt und finde, dass es eine wunderschöne Berufung ist. Von dem her ist es auch wirklich etwas, das ich gerne mit Leuten teile und das ich auch gerne jungen Menschen oder Menschen, die sich die Frage stellen, näherbringen will."
Mit den Videos, in denen Ordens- und Weltpriester, Ordensfrauen, Diakone sowie geweihte Jungfrauen über ihren eigenen Berufungsweg sprechen, sollen Vorurteile abgebaut und ein erster Kontakt geboten werden, der auch die Frage nach der eigenen Berufung anstoßen kann.
Der Podcast "Orden on Air", herausgegeben von den Ordensgemeinschaften Österreich, ist auf allen gängigen Audioplattformen verfügbar. (Infos: www.ordensgemeinschaften.at)