Wechsel in der Geschäftsführung des für NÖN und BVZ zuständigen Medienhauses mit kirchlichem Mehrheitseigentümer
St. Pölten, 02.04.2025 (KAP) Michael Ausserer (44) gibt mit Ende April seine Funktion als Geschäftsführer des Niederösterreichischen Pressehauses ab. Bis dahin werde er mit seinem Nachfolger Gert Bergmann eine Doppelspitze bilden, teilte das Medienhaus laut APA mit. Ausserer führte die Geschäfte vier Jahre lang und möchte sich nun neuen Aufgaben widmen, wie er zunächst dem "Standard" sagte. Dem Unternehmen stehe er weiterhin als Berater zur Verfügung, sagte er und würdigte seinen Nachfolger als "international erfahrenen und erfolgreichen Manager".
Das NÖ Pressehaus hatte im März auf Ausserers Antrag hin sein Stammkapital von einer Million auf 35.000 Euro reduziert, um einen Bilanzverlust auszugleichen. Der scheidende Geschäftsführer räumte ein, dass die Zeiten "wirtschaftlich herausfordernd" seien, zugleich seien aber in den letzten Monaten einige Sparmaßnahmen erfolgreich umgesetzt worden. Dabei sei "viel gelungen", was nun "nach vorne schauen" lasse, gab er gegenüber dem Branchenmedium "Horizont" an.
Ausserer war vor seiner Tätigkeit im Pressehaus von 2016 bis 2020 im Medienhaus der Erzdiözese Wien Chefredakteur. Davor war der gebürtige Südtiroler bei diversen anderen Medienunternehmen tätig und leitete etwa mehrere Jahre lang das Frühstücksfernsehen Café Puls.
Sein Nachfolger Bergmann soll den Marken "Niederösterreichische Nachrichten" (NÖN) und "Burgenländische Volkszeitung" (BVZ) wie auch den zugehörigen Onlinemedien nun neue Impulse geben, hieß es. Er verfügt laut Aussendung über internationale Erfahrung in der Automobil- und Medienindustrie und betätigte sich in der Vergangenheit etwa im VW-Konzern und der Formel 1.
Die NÖ Pressehaus Druck- und Verlags-GesmbH steht im Eigentum der Diözese St. Pölten (54 Prozent), des Pressvereins in der Diözese St. Pölten (26 Prozent) sowie der Raiffeisen Holding NÖ-Wien (20 Prozent), die bereits im Vorjahr eine Aufstockung der Anteile auf bis zu 28,6 über eine Wandlung von Genussrechten angekündigt und bei der Wettbewerbsbehörde beantragt hat. Obwohl die Behörde dieser Wandlung von Genussrechten schon im Frühsommer 2024 grünes Licht gab, was die Beteiligung der Diözese St. Pölten auf unter 50 Prozent reduzieren würde, wurde dies laut "Standard" bislang noch nicht umgesetzt.