Vertreter aus Kirche, Naturschutz, Mobilität und Gewerkschaft in Diskussion - Umweltbischof Schwarz: "Klimafreundlichkeit muss sozial gedacht, gemeinschaftlich getragen und politisch gestaltet werden" - KAÖ-Präsident Kaineder: "Kirchen fördern klimaschonende Mobilität"
Wien, 02.04.2025 (KAP) Nach dem Vorbild der Sonntagsallianz wollen sich kirchliche und säkulare Organisationen künftig verstärkt gemeinsam für eine klimafreundliche Zukunft einsetzen. Unter dem Titel "Nachhaltig unterwegs - Aktion zu klimafreundlichen Mobilität" diskutierten dazu am Mittwoch Vertreter des Alpenvereins (Sektion Austria), der Naturfreunde, ÖGB, Katholischen Aktion, ÖVG (Österreichische Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft) und Zivilgesellschaft in Wien über gemeinsame Aktionen für klimafreundliche Mobilität und Schöpfungsverantwortung. Klimafreundlichkeit in Österreich dürfe nicht als "Luxus" gesehen werden, sondern müsse "sozial gedacht, gemeinschaftlich getragen und politisch gestaltet werden", betonte Bischof Alois Schwarz in seinen Begrüßungsworten.
"Eine klimafreundliche Mobilität ist mehr als eine technische oder politische Herausforderung, sie ist eine Frage der Gerechtigkeit, der Verantwortung und Haltung", lobte Schwarz, der innerhalb der Österreichischen Bischofskonferenz für die Bereiche Umwelt und Nachhaltigkeit zuständig ist, das Engagement der Interessengruppen. Der gemeinsame Einsatz für die Umwelt müsse in Österreich so stark werden, "dass die Schönheit der Schöpfung erhalten bleibt". Eine "gerechte Mobilitätswende" müsse daher alle mitnehmen: das Schulkind am Land und den Pendler, der in die Stadt oder entlegene Regionen fährt, so der Diözesanbischof von St. Pölten.
Der Präsident der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ), Ferdinand Kaineder, hob den Beitrag der Kirchen zur klimaschonenden Mobilität hervor. Sie könnten neue Haltungen und neue Zugänge zum Unterwegsein, zum Verkehr und Reisen fördern. Der Verkehr sei ein besonderes Sorgenkind im Blick auf den Klimaschutz. Aufgabe von Organisationen wie der Katholischen Aktion sei nicht die Arbeit an neuer Verkehrstechnik, sondern Bewusstseinsbildung und das Eintreten für neue Rahmenbedingungen. Zu letzteren gehörten die Förderung des öffentlichen Verkehrs und einer gemeinsamen Nutzung von Verkehrsmitteln, der Ausbau von Fuß- und Radwegen, ein Tempolimit von 80/100 sowie eine Raumplanung, die Verkehr reduziert und Nahversorgung sichert, so Kaineder.
Im eigenen Bereich achte die Katholische Aktion darauf, dass Veranstaltungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind. Als weitere konkrete Beispiele nannte der KAÖ-Präsident die Initiative Weltanschauen (www.weltanschauen.at), die nachhaltiges, Ressourcen schonendes Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu Zielen in ganz Europa anbietet. "Jeder Flieger am Himmel ist einer zu viel", so Kaineder. Ebenso gelte es, Alternativen zur Fixierung auf das Auto den Menschen nahezubringen, was unter anderem durch Aktionen wie "Autofasten" (www.autofasten.at) und die "Schöpfungszeit" im September (www.schoepfung.at) geschehe.