Türkei: Nationalisten-Kritik an orthodoxem US-Bischof
02.04.202516:51
Türkei/USA/Kirche/Politik/Konflikte/Orthodoxie
Forderungen, Erzbischof Elpidophoros (Lambriniadis) für Aussagen bei Feier im Weißen Haus zum griechischen Unabhängigkeitstag den türkischen Pass zu entziehen
Athen/Washington, 02.04.2025 (KAP) Der amerikanische griechisch-orthodoxe Erzbischof Elpidophoros (Lambriniadis) ist in der Türkei unter Beschuss nationalistischer Kreise geraten. Nach öffentlichen Äußerungen, in denen er sich auf das Ökumenische Patriarchat bezog und den historischen Begriff "Konstantinopel" verwendete, wurde der Entzug seines türkischen Passes gefordert, wie das Portal "OrthodoxTimes" am Mittwoch unter Berufung auf türkische Medien berichtete.
Konkret geht es um die jüngsten Feierlichkeiten im Weißen Haus zum griechischen Unabhängigkeitstag (25. März), an denen sowohl Erzbischof Elpidophoros als auch US-Präsident Donald Trump teilnahmen. Laut dem türkischen Journalisten und Kolumnisten Erol Kara seien die dort getätigten Äußerungen von Elpidophoros "antitürkisch" gewesen und stellten einen Skandal dar. So habe der Erzbischof wiederholt Patriarch Bartholomaios als "Ökumenischen Patriarchen" bezeichnet, obwohl das türkische Kassationsgericht eine solche Terminologie untersagt habe. Zudem habe er immer wieder den Begriff "Konstantinopel" statt "Istanbul" verwendet. Kara forderte nicht nur den Entzug des türkischen Passes, sondern auch, Elpidophoros künftig die Einreise in die Türkei zu verweigern.
Erzbischof Elpidophoros gehört zu den bedeutendsten Geistlichen des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel. Er ist u.a. Vorsitzender der orthodoxen US-Bischofskonferenz. Er hat in der Vergangenheit immer wieder auch mit Türkei-kritischen Aussagen für Aufsehen gesorgt. U.a. forderte er den Abzug aller türkischen Truppen vom Nordteil Zyperns. Heftige Kritik gab es vonseiten der orthodoxen US-Bischöfe auch an der Umwandlung der Hagia Sophia in Istanbul in eine Moschee.