Orthodoxie: Aussöhnung zwischen Antiochien und Jerusalem geht weiter
02.04.202515:35
Katar/Kirche/Orthodoxe/Konflikte
Gemeinsamer Gottesdienst des antiochenischen Patriarchen Johannes X. Yazigi mit Bischöfen des Jerusalemer Patriarchats in Katar
Doha/Wien, 02.04.2025 (KAP) Die Aussöhnung zwischen den orthodoxen Patriarchaten von Antiochien und Jerusalem geht weiter. Der antiochenische Patriarch Johannes X. Yazigi konzelebrierte vor wenigen Tagen erstmals wieder gemeinsam mit Bischöfen des Jerusalemer Patriarchats, meldete der Pro-Oriente-Pressedienst (Mittwoch) unter Berufung auf das Portal "Orthodox Christianity". Die Liturgie fand demnach in Doha (Katar) in der örtlichen Kathedrale des Jerusalemer Patriarchats statt. Der Gottesdienst in Katar war deshalb besonders bemerkenswert, weil vor rund zehn Jahren der Streit zwischen beiden Patriarchaten über die Jurisdiktion in Katar entbrannte.
Der Konflikt begann 2013, als das Patriarchat von Jerusalem für orthodoxe palästinensische Gläubige in dem Emirat eine Diözese einrichtete. Das Patriarchat von Antiochien sah durch den Schritt die territorialen Grenzen seines kanonischen Territoriums, das sich traditionsgemäß über den "ganzen Orient" erstreckt, verletzt. Das Jerusalemer Patriarchat äußerte damals zwar Bedauern über den Bruch, hielt aber an seiner Diözese Katar fest. Die Synode des Patriarchats von Antiochien brach die Gemeinschaft mit dem Jerusalemer Patriarchat schließlich 2014 ab, nachdem der Jerusalemer Archimandrit Makarios (Mavrogianakkis) zum Metropoliten von Katar geweiht worden war.
Ende Oktober 2023 kündigte der Heilige Synod der Kirche von Antiochien nach einem Treffen im libanesischen Kloster Balamand mit, die abgebrochenen kirchlichen Beziehungen wieder aufnehmen zu wollen. Der Schritt erfolgte schließlich offiziell im November 2023, im Schatten des Nahost-Krieges nach dem Großangriff der Hamas auf Israel. Gleichwohl betonte Antiochien, die Katar-Frage sei ungeachtet der Wiederaufnahme der Beziehungen weiterhin ungelöst.