Interreligiöses Kunstprojekt über Versöhnung, Erinnerung und die Kraft der Liebe in Zeiten gesellschaftlicher Spannungen - Glettler veröffentlicht mit muslimischen Theologen Mohammed neues Buch "Nicht den Hass, die Liebe wählen. Ein Bischof und ein Imam über Spuren der Hoffnung in einer verwundeten Gesellschaft"
Innsbruck, 03.04.2025 (KAP) Der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler stellt derzeit mit der iranischen Fotokünstlerin Maryam Mohammadi in der Kufsteiner Stadtgalerie "dialog" aus. Unter dem Titel "Nicht den Hass, die Liebe wählen" präsentiert der Bischof - der zugleich als Künstler aktiv ist - noch bis 16. April Einzelarbeiten aus seiner Serie "crossfit" sowie eine neue Rauminstallation mit dem Titel "WHOLLY REAL". Die in Graz beheimatete Fotokünstlerin Mohammadi zeigt ihre Fotoserien "über_leben" und "Memories Icon" über die Auswirkungen von Revolution und Krieg. Im Rahmen der Finissage am 16. April stellt Glettler gemeinsam mit dem muslimischen Theologen Abualwafa Mohammed das Buch "Nicht den Hass, die Liebe wählen. Ein Bischof und ein Imam über Spuren der Hoffnung in einer verwundeten Gesellschaft" vor.
Unter dem Titel "crossfit" präsentiert Glettler ein Netz aus hunderten kleinen Kreuzfiguren. Die Kreuze wurden vor ihrer Kremation von Särgen abgenommen. Sie stehen damit sinnbildlich für namenlose, oft vergessene Verstorbene. Die Installation war bereits in Graz und Innsbruck ausgestellt und ist auch Teil der in Berlin neu gestalteten Krypta der Berliner St.-Hedwigs-Kathedrale.
Mohammadis Fotografien geben Einblicke in persönliche und familiäre Lebensrealitäten. Mit ihren Serien möchte sie die tiefgreifenden biografischen Folgen von politischem Umbruch und kriegerischen Auseinandersetzungen sichtbar machen, so die Stadtgalerie Kufstein - die auch die Reflexionsebene der Werke betont, die weit über das rein Dokumentarische hinausgeht.
Buch über echten Dialog
"Das Miteinander der Religionen war selten so angespannt wie heute. Während einige Hetze und Gewalt verbreiten, verschließen andere die Augen vor realen Problemen", heißt es in der Ankündigung zur Buchpräsentation von Glettler und Mohammed.
Laut Herder Verlag setzen sich Glettler und Mohammed in ihrer Veröffentlichung für einen offenen und ehrlichen Dialog ein. Beide seien bereits selbst Anfeindungen ausgesetzt gewesen und wüssten daher, welchen Schaden Hass anrichten könne.