Vatikan: Eindringlicher Friedensappell von Papst Franziskus
30.03.202512:28
(zuletzt bearbeitet am 30.03.2025 um 12:46 Uhr)
Südsudan/Sudan/Ukraine/Papst/Frieden
Franziskus nimmt in Botschaft zum sonntäglichen Mittagsgebet den Südsudan, Sudan, Nahen Osten, Kongo und Myanmar in den Blick
Vatikanstadt, 30.03.2025 (KAP) Papst Franziskus hat an die Führer des Südsudan appelliert, "Spannungen im Land abzubauen" und einen "konstruktiven Dialog" zu führen. Auch für den Sudan, die Ukraine, den Nahen Osten, die Demokratische Republik Kongo und Myanmar rief er in seinem am Sonntag vom Vatikan verbreiteten Text zum Mittagsgebet zum Frieden auf.
Er verfolge die Lage im Südsudan "mit Sorge", erklärte der Papst laut "VaticanNews". Er dränge erneut "von ganzem Herzen" auf eine Stabilisierung im Südsudan. "Wir müssen unsere Differenzen beiseitelegen und uns mit Mut und Verantwortung an einen Tisch setzen und einen konstruktiven Dialog führen. Nur so wird es möglich sein, das Leid des geliebten südsudanesischen Volkes zu lindern und eine Zukunft in Frieden und Stabilität aufzubauen", so der Papst.
Im Südsudan wächst derzeit die Angst vor einem neuen Bürgerkrieg, nachdem Vizepräsident Riek Machar, ein Rivale von Präsident Salva Kiir, diese Woche in Juba festgenommen wurde. Der Konflikt zwischen Anhängern der beiden Politiker, die seit Geburt des jungen Staates um die Macht ringen, spitzt sich damit gefährlich zu.
Kirchenvertreter im Land bemühen sich derweil um Deeskalation. So wurde über ein Treffen einer Delegation von Religionsvertretern mit Präsident Kiir berichtet, bei dem dieser versicherte, er wolle einen neuen Krieg verhindern. Papst Franziskus ist seit Jahren sehr aktiv um eine Förderung des Dialoges im Südsudan bemüht.
Frieden und humanitäre Hilfe für Sudan
Papst Franziskus ging in seiner Botschaft auch auf das Nachbarland Sudan ein. Dort "fordert der Krieg weiterhin unschuldige Opfer", schrieb der Papst, der auch für den Sudan zu Frieden mahnte: "Ich fordere die Konfliktparteien nachdrücklich auf, den Schutz des Lebens ihrer zivilen Brüder und Schwestern an die erste Stelle zu setzen, und ich hoffe, dass so bald wie möglich neue Verhandlungen aufgenommen werden, die eine dauerhafte Lösung der Krise ermöglichen. Die internationale Gemeinschaft sollte ihre Anstrengungen zur Bewältigung der schrecklichen humanitären Katastrophe verstärken."
Auch im Sudan tobt ein Machtkampf, der laut UNO die weltweit größte humanitäre Katastrophe ausgelöst hat. 12,9 Millionen Menschen seien vertrieben worden, fast 25 Millionen - etwa die Hälfte der Bevölkerung - litten unter akutem Hunger. Die RSF-Miliz, die vom Militär zuletzt teils zurückgedrängt wurde, hält weiter wichtige Stellungen im Westen des Landes.
Ukraine, Nahost, Kongo und Myanmar
Erneut rief Franziskus zum Gebet auch für die Ukraine, den Nahen Osten, die Demokratische Republik Kongo und Myanmar auf: "Vertrauen wir auf die Barmherzigkeit Gottes, des Vaters, und beten wir weiter für den Frieden: in der gequälten Ukraine, in Palästina, Israel, im Libanon, in der Demokratischen Republik Kongo und in Myanmar, das auch so sehr leidet infolge des Erdbebens." Nach dem Erdbeben in Myanmar hatte Franziskus am Freitag bereits den Betroffenen in dem asiatischen Land seine Nähe bekundet.
Papst begrüßt Grenzabkommen
Papst Franziskus hat in seiner Sonntagsbotschaft auch das aktuelle Grenzabkommen zwischen Kirgisistan und Tadschikistan begrüßt. Ein jahrzehntelanger Konflikt in Zentralasien konnte mit der jüngsten Einigung gelöst werden. Beide Länder hatten am 13. März ein Abkommen über den lange umstrittenen Grenzverlauf ratifiziert, Verhandlungen dazu liefen bereits seit Monaten. Der Papst lobte das Abkommen in seinem Text zum Mittagesgebet von diesem Sonntag als "hervorragende diplomatische Leistung" und bezeichnete es als gute Nachricht: "Gott sei Dank gibt es auch positive Tatsachen". Er ermutige beide Länder, "auf diesem Weg weiterzugehen".
Mit dem Abkommen dürfte der jahrzehntelange Konflikt zwischen Kirgisistan und Tadschikistan um die gemeinsame Grenze beigelegt sein. Die unklare Grenzziehung sorgte in der Vergangenheit regelmäßig für Spannungen und sogar bewaffnete Auseinandersetzungen; Hintergrund waren gegensätzliche Gebietsansprüche im Grenzgebiet. Wurzeln des Konfliktes reichen in die Zeit des Zerfalls der Sowjetunion und der Unabhängigkeit der beiden ehemaligen Sowjetrepubliken zurück.