Neue Geschäftsführerin der Initiative Christlicher Orient, Alkhalil, in Linzer Kirchenzeitung: "Jugend steht vor der schwierigen Entscheidung, auszuwandern oder trotz fehlender Zukunftsperspektive zu bleiben"
Linz, 28.07.2023 (KAP) Den jungen Menschen im Irak Zukunftsperspektiven ermöglichen ist eine der Hauptaufgaben, denen sich die Initiative Christlicher Orient (ICO) verstärkt widmen will. Das hat die neue Geschäftsführerin Michlin Alkhalil gegenüber der Kirchenzeitung der Diözese Linz (aktuelle Ausgabe) betont. Alkhalil sowie ICO-Obmann Slawomir Dadas und der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler waren kürzlich mehrere Tage im Nordirak unterwegs, um sich vor Ort über die Lage der Christen und weiterer Minderheiten ein Bild zu machen.
Alkhalil: "Besonders die Jugend steht vor der schwierigen Entscheidung, auszuwandern oder trotz fehlender Zukunftsperspektive zu bleiben. Wir wollen uns daher besonders auf Projekte konzentrieren, die jungen Menschen die Selbstständigkeit ermöglichen."
Die kleine ICO-Delegation traf u.a. mit dem chaldäischen Erzbischof von Mossul, Michael Najeeb Moussa, und dem chaldäischen Bischof von Zakho, Felix Al-Shabi, zusammen. Auch der Besuch eines Flüchtlingslagers für Jesiden stand auf dem Programm. Im Dawidiya-Camp leben mehr als 3.500 Menschen, darunter etwa 1.400 Kinder - ohne internationale Hilfe und ohne Perspektiven.
Die ICO hat im gesamten Nordirak seit vielen Jahren Hilfsprojekte laufen. Obmann Dadas: "Wir versuchen, dort zu helfen, wo die Menschen selbst das für sinnvoll halten. Wir sind derzeit im Bereich der Kindergärten sehr aktiv, damit die Kinder einen guten Start in die Schule haben. Aber wir helfen auch beim Schultransport oder unterstützen Studentinnen und Studenten. Im Winter geht es um Heizmaterial."
Mit zahlreichen kleinen Projekten werde versucht, die Wirtschaft in den Dörfern anzukurbeln, derzeit etwa in der nordirakischen Pfarre Enishke. Ein geplantes Vorhaben dort ist die Instandsetzung von Ferienwohnungen, wie das Salzburger "Rupertusblatt" in seiner aktuellen Ausgabe berichtete. "In Kurdistan ist es grün. Es gibt Wasser. Das zieht Leute aus anderen Regionen an", so ICO-Projektkoordinator Stefan Maier. Vor dem Irakkrieg gab es eine Kooperative, die das Urlaubsgeschäft am Laufen hielt. Ziel ist nach und nach die Wiederbelebung. "Der Tourismus kann Jobs schaffen", zeigte sich Maier im "Rupertusblatt" überzeugt.
Die "Initiative Christlicher Orient" unterstützt seit mehr als 30 Jahren die Christen im Orient. Seit rund 20 Jahren ist das Hilfswerk im Irak aktiv.